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Motivation, Antrieb, Vision – Fremdkapital ist nicht immer die Lösung

Okt 24, 2017 | ChefTreff, E-Commerce Podcast, Marketing, Tools

Eines der zentralen Themen im E-Commerce ist es Einkaufswelten zu schaffen. Genau das hat die die Shopware AG auf die Fahne geschrieben und versorgt Online-Shops mit innovativen Shopsystemen. In dieser ChefTreff Ausgabe spricht Sven Rittau mit Shopware Gründer und Vorstand Stefan Hamann unter anderem über die Gründung und künftige Perspektiven für Shopbetreiber.


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Früh übt sich (und zahlt sich aus)

Während viele junge Leute mit 16 eher Däumchen drehen und noch keinen Schimmer haben, was aus ihnen einmal werden sollte, war Stefan Hamann in diesem Alter schon „Big in Business“. Bereits in seiner frühen Schulzeit beschäftigte er sich hobbymäßig mit dem Programmieren und baute sich dadurch eine erste Expertise auf. Und weil Flüsterpost damals wie heute relativ gut funktioniert, sprach sich die Internet-Affinität auch schnell in seinem Heimatort Schöppingen herum. So erhielt Hamann 1999 den ersten Auftrag für die Erstellung einer Internetseite eines ansässigen Unternehmens.

 

Design und Technik im Einklang

2001 kam es dann zu einem familieninternen Auftrag im Bereich E-Commerce. Für den online Vertrieb eines Bohrmaschinen-Einzelhandels schaute sich Stefan alle am Markt verfügbaren Lösungen an. “Nachdem ich absolut nichts zufriedenstellendes gefunden hatte, hab ich mich gefragt: wie die E-Commerce Lösung aussehen sollte, damit Design und technische Aufbereitung miteinander harmonieren? Mein Bruder ist ja das totale Gegenteil von mir, sehr designaffin! Also haben wir uns zusammengesetzt und eine Lösung ausgebaut.” 2006 kam Stefan auf den Gedanken, wie ungünstig es ist, für jeden Onlineshop eine individuelle Lösung zu erarbeiten. “Warum also nicht Shopsysteme mit Lizenzverkäufen entwickeln?” 2008 wurde schließlich die Shopware AG ins Leben gerufen.

 

Shopware und Partner: optimale Kundenbetreuung

Shopware bietet Shopsysteme in mehreren Editionen an. Ein riesiges Partnernetz sorgt dafür, dass die Projekte der Kunden umgesetzt werden. “Wir haben europaweit ca 1200 Partner, die die Kundenprojekte implementieren. So können wir uns auf die Software an sich konzentrieren und verrennen uns nicht in etwas anderem.” Indirekter Vertrieb ist schön skalierbar, aber wie lassen sich Partner steuern? “Ein Zertifizierungssystem hilft uns dabei den Kunden Sicherheit bei der Partnerauswahl zu geben. Daher bieten wir vierstufige Partnerprogramme: Von Basis bis Enterprise, hier müssen sich die Partner regelmäßig schulen lassen. So wird einiges an Wissen ins Partnernetzwerk transferiert.”

 

Shopware – für wen?

Shopware ist sowohl im KMU-Bereich, als auch bei Enterprise-Kunden einsetzbar. Stefan Hamann weiß auch, welche Kriterien für Shopware sprechen. “Wir haben ein gigantisches Ökosystem, das viel Aufmerksamkeit im Markt schafft! Mit unglaublich vielen Partnern, Entwicklern und Designern, die alle Ahnung von Shopware haben. Da bilden die fertigen Schnittstellen enorme Sicherheit.” Bei der neuen Shopware-Version ist Customer Centricity das Leitthema. “Emotional Shopping, bzw. Storytelling innerhalb der Shops ist für die Kundenbindung extrem wichtig. Produkte lassen sich mit diesem System ganz einfach per drag&drop inszenieren. Die Conversion rate ist hierbei ziemlich gut.”

 

Klassischer Shop vs. neue Trends

“Betrachtet man einen klassischen Online-Shop, ist es doch immer das gleiche Schema: Produkt zum Preis X mit der Verfügbarkeit Y. Das ist mega unsexy und langweilig.” Aus dem Bereich Produktpräsentation ließe sich also nach Hamann noch einiges mehr herausholen. Künftige Trends liegen bei Augmented und Virtual Reality. 3D-Modelle und die Simulation von Produkten lassen sich gut auf E-Commerce adaptieren. “Man muss natürlich bedenken, dass nicht jeder 3D-Modelle von seinen Produkten hat. Wir von Shopware müssen uns also über die Zuliefererkette Gedanken machen, und wie die Händler an ihre Modelle kommen.”

 

Auf eigene Faust

Die Shopware AG hat sich seit der ersten Stunde als waschechter Familienbetrieb selbst finanziert. Und das scheint bis jetzt ziemlich gut geklappt zu haben. Ist das Thema externe Finanzierung damit vom Tisch? “Wir wollen als Familienunternehmen langfristig bestehen bleiben. Mit unserer Unternehmenskultur auf der einen und unserer Unabhängigkeit auf der anderen Seite. Mit einem externen Finanzierungspartner ist das eher schwierig.” Das Stichwort ‘Unabhängigkeit’ ist ein entscheidendes. Entfaltungsmöglichkeiten müssen gegeben sein und manche Dinge einfach ausprobiert werden. Stefan hat dazu seinen festen Standpunkt: “Wenn man eigenes Geld in Ideen investiert, ist man auch etwas vorsichtiger.” Mit ihrem Weg der Selbstfinanzierung ist die Shopware Ag also sehr zufrieden. Vieles läuft vielleicht langsamer, aber “am Ende des Tages ist das entstehende Gesamtkonstrukt entscheidend.”
Wie gut das ohne Fremdfinanzierung läuft, konnte man kürzlich auch bei Exciting Commerce lesen.

 

Flexibilität ist alles

Sag niemals nie, lautet ja ein Sprichwort. Und auch Stefan Hamann will nicht gänzlich ausschließen irgendwann mal auf eine externe Finanzierung zurück zu greifen. Geld spielt ja schließlich immer eine Rolle. Vielleicht muss Shopware irgendwann mal Geld aufnehmen, um dahin zu kommen, wo sie hinwollen. “Im Endeffekt kommt’s auf die Strategie an und auf die Menschen, die sie verwirklichen wollen. Hier zählen in erster Linie: Motivation, Antrieb, Vision.”

 

Next Steps

Apropos, wo will Shopware eigentlich hin? Betrachtet man die Wachstumsseiten, erweist sich B2B nach wie vor als äußerst spannend. “In vielen Bereichen ist da alles noch so aufgestellt wie vor zehn oder 20 Jahren. Sprich: wenig bis gar nicht digitalisiert. Da sehen wir super viel Potenzial.” Auf der anderen Seite möchte Shopware noch mehr internationalisieren, nachdem das Unternehmen 2016 mit Markenaufbau und Markterschließung in UK startete. “Generell möchten wir auch unsere Community vergrößern. Shopware ist ein Produkt, das durch seinen Fokus auf Kunden und User weltweit Chancen hat. Unsere Mission also: in den nächsten Monaten über die Tech-Community stärker die weltweite Aufmerksamkeit zu bekommen.”

 

Podcast Übersicht

01:40 Wie kam es zu Shopware und welchen Werdegang hatte Stefan Hamann bis zur Gründung?

09:25 Einer der Erfolgsfaktoren von Shopware ist die Unternehmenskultur! Welche HR-Strategie verfolgt Shopware, um diese langfristig zu sichern?

12:55 Was motiviert Hamann, Shopware im Markt voranzubringen und wie definiert sich das Geschäftsmodell?

18:25 Was zeichnet Shopware im Vergleich zu anderen Shopsystemen aus und warum ist der Dienstleister im Enterprise Sektor so erfolgreich?

21:20 Welche Trends sieht Hamann für den Shop der Zukunft und wie positioniert man sich als Unternehmen, um diesen gerecht zu werden?

25:15 Wie schafft man es Innovation im Unternehmen zu fördern?

28:30 Externe Finanzierung gilt als Wachstumstreiber vieler Unternehmen. Warum geht Shopware einen anderen Weg?

33:05 Welche Marktveränderungen kommen Shopware zugute und wo ergeben sich dadurch Wachstumspotenziale?

37:45 Frei nach dem Motto “Put your money where your mouth is!”, welche Anlagestrategie verfolgst Du?