Die Chal-Tec Story. Mit DJ-Equipment zum 125 Millionen Business

Die Chal-Tec Story: Mit DJ-Equipment zum 125 Millionen Business

Eigentlich war Peter Chaljawski nur auf der Suche nach dem passenden Equipment, um sich als Hobby DJ zu versuchen. Dass er knappe 12 Jahre später mit Chal-Tec eine 125 Mio € Company führen würde, war ihm damals wohl nicht bewusst.

In dieser ChefTreff-Ausgabe erzählt Peter seine Geschichte und berichtet wie er ohne Studium als eBay Power-Seller mit DJ-Equipment angefangen und über die Jahre einen vertikal integrierten Markeninkubator aufgebaut hat.

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eBay: Der Steigbügel zum Millionen-Business

2005 hatte Peter noch nicht an eine Firmengründung gedacht. Schließlich hatte er zu dem Zeitpunkt gerade sein Abitur absolviert. Aus einem Zeitvertreib heraus sollte dann eines der erfolgreichsten Unternehmen entstehen. Peter Chaljawski wollte sich ein wenig am DJ Pult versuchen und sah sich nach dem entsprechenden Equipment um. “Also bin ich losgezogen und habe schnell gemerkt: Da ist eine Nische im Markt! Das Zeug war nicht nur wahnsinnig teuer, sondern entsprach auch nicht dem, was ich gesucht hatte.”
Wer sucht, der findet. Und zwar bei Lieferanten, deren Angebot in Deutschland so nicht existiert. “Relativ schnell habe ich dann auch den unternehmerischen Braten gerochen. Denselben ‘Need’ wie ich müssen doch bestimmt noch andere Leute haben. Ich war neugierig, wie das erworbene Equipment am Markt angenommen wird. Also hab ich es auf eBay gestellt und dort weiter verkauft.”
Nach ein paar Wochen Observation folgte die offizielle Gründung von Chal-Tec.

 

Trial and error – Chal-Tecs Weg zur Produktoptimierung

Nach einem Jahr konnte Chal-Tec bereits eine Million Umsatz aufweisen. Was wohl auch daran lag, dass Peter mit seinem Lieferanten den Deal aushandelte, seine Produkte exklusiv im Markt anzubieten. Der frühe Fokus auf das Produkt ist eines der Erfolgstreiber von Chal-Tec: “Gerade auf kleinem Level kannst du anfangs nicht viel falsch machen. Auf’s Produkt bezogen halte ich einen ‘trial and error’-Modus für sinnvoll. Als wir gemerkt haben, dass auch unsere Produkte viele Makel hatten, haben wir uns der Optimierung angenommen.”
Also, ab ins Flugzeug nach Hongkong und mal eben ein paar passende Lieferanten gesucht. Ganz so einfach war es leider nicht. 2006 gestaltete es sich noch wahnsinnig schwierig, in die asiatischen Netzwerke der Erstfabriken zu kommen. “Die ersten, zu denen wir kamen haben uns erst mal ausgelacht. Es hat uns einiges an harter Überzeugungsarbeit gekostet Hersteller, die mit großen Marken arbeiten, für unsere Produkte zu gewinnen. Trotzdem bin ich froh, dass wir damals früh angefangen haben mit Asiaten zu arbeiten. Wenn du da einsteigst, kannst du auf kleinem Level wahnsinnig viel machen.”

 

Product first

Chaljawski beschreibt Chal-Tec als einen Mix aus E-Commerce- und Product Company. Daraus ergibt sich ein entscheidender Vorteil dem klassischen Handel gegenüber: der schnelle Zugriff auf Daten. “Dadurch, dass wir alle Player in der Wertschöpfungskette in einer Company verbinden, haben wir den direkten Draht zum Kunden und können ihn besser involvieren. Sei es in Produktentwicklungsprozessen oder Feedbackschleifen; mit den ersten 50 Sales haben wir eine verlässliche Losgröße, die wir bei Kunden abfragen können. Daraus erschließt sich dann, welche Fehler wir schnell ausbessern müssen und können.”
Das ist auch der Grund, warum für Peter die Produktoptimierung die oberste Prio sieht: “Deine Marken und Produkte bilden den Kern eines Unternehmens, den Dir niemand wegnehmen kann. Das sind die Assets, die Du dann beim weiteren Ausbauen immer nachhaltig da hast.”

 

Marktplatz nutzen, aber richtig

Chal-Tec hat über die Jahre hinweg eine Kompetenz im Marktplatzvertrieb erworben. Allerdings ist es aus Peters Sicht case-abhängig, ob es sich lohnt sein Geschäftsmodell in einen Marktplatz integrieren zu wollen. In seinem Falle hat es sich bei Amazon bewährt. Chal-Tec verfügt über eigene Produkte und Marken, die einer möglichst breiten Masse präsentiert werden sollen.
“Wir wollten, dass unsere Produkte in allen ‘digitalen Regalen’ stehen und dazu gehören eben auch Marktplätze. Es gibt viele Kunden, die ihre Produktsuche ausschließlich da beginnen, wo sie einen Account haben. Häufig eben bei Amazon.”
Was macht man dann aus Marktplatz und anderen Kanälen? Mit welchem Kanal erreicht man welche Kunden, welcher Kanal bringt welchen Mehrwert? Um diesen Fragen gerecht zu werden, besitzt Chal-Tec ein sehr großes Online Marketing Team.
Mittlerweile werden Kaufinteressenten über das Produkterlebnis zum Kunden konvertiert.
“Wer über Amazon etwas sucht, wird unsere Produkte finden und kaufen. Der Marktplatz sorgt dafür, dass er die Marke erlebt und uns dadurch kennenlernt. Wenn man es smart anstellt, bringt man Kunden, die ein Produkt über einen Marktplatz wie Amazon gekauft haben, zum Repurchase.”

 

Neue Dinge-neue Designs-neue Lösungen

Obwohl, oder gerade weil Chaljawskis Unternehmen sich mittlerweile im 125 Millionenbereich befindet, gibt es für den Gründer Themen, die ihn weiterhin antreiben. Zum einen soll jeder verfügbare Euro in Brands und Produkte investiert werden. Besonders was Produkt und Innovationstiefe betrifft, sollen neue Dinge und Lösungen entstehen. Auch die Inhouse Innovation um das Produkt soll um einiges aufgestockt werden. “Geplant ist, dass möglichst viele Ingenieure bei uns inhouse im Wochentakt einen ‘Blockbuster’ nach dem anderen raushauen.” Die wachsende Anzahl der Ingenieure bringt Peter auf das innovativste To-Do seiner Liste: “Egal wie viele Ingenieure und Designer wir haben, wir werden niemals das bedienen können, was wir bedienen wollen würden.”
Und weil es da draußen weiterhin eine Menge Gründer mit geilen Ideen gibt, die sie aber nicht umzusetzen wissen, möchte sich Chal-Tec eben diesen Leuten öffnen: “Oft scheitern Gründer an der Realisierbarkeit und Manufacturing Competence der Produkte. Also möchten wir mit unserem Know-How der letzten zwölf Jahre Gründern ein Programm bieten, in dem wir sie in Produktentwicklung, Kundenservice und allem was zum Gründen dazu gehört voll unterstützen. Das Programm heißt 8Products und bietet den idealen Gründer-Support für Hardware Produkte.”

 

“Fail fast, fail cheap”

Nach 10 Jahren hat Peter beschlossen einen Private Equity Fonds mit an Bord zu nehmen. Das hat sich natürlich auf die Firma und auf ihn persönlich ausgewirkt. Zum Beispiel werden deutlich mehr Reports gefordert. “Wenn Du eine Firma von null an aufbaust und dein Geschäftsmodell verstehst, bist du auf einem anderen Level als mit Investor. Aber es hat uns beim Erwachsenwerden richtig ergänzt. Auch das Team hat sich stark entwickelt und wir haben richtig smarte Jungs im Beirat.”
Hier hat sich ebenfalls gezeigt, dass es sich lohnt experimentierfreudig zu sein. “Lieber etwas wagen, wo Du unter Umständen Geld verlieren könntest, als immer Angst zu haben etwas entscheidendes zu verpassen.” Das ist auch Peters Punchline, die sich vor allem werdende Gründer zu Herzen nehmen sollten. Mit der Unterstützung von Chal-Tec klärt sich dann auch der Rest.

 

Podcast Übersicht

02:05 Chal-Tecs Gründungsstory

06:37 eBay als Steigbügel aus der Nische

08:25 „Trial and Error“ – Der Weg zur Produktoptimierung

12:45 Differenzierung der produktbezogenen Erkenntnisschleifen

13:20 Vertical Brands und andere Bestandteile des Geschäftsmodells

15:00 Data Warehouse als Katalysator im E-Commerce

15:45 „Execution Speed“ vor Detailverliebtheit

18:05 Langfristig sind Produkte das nachhaltige Asset

21:00 Marktplatz „Know How“

27:15 Die monopolistischen Strukturen der Marktplätze

30:30 Produkt und Innovation, die treibenden Kräfte der Zukunft

30:20 Chal-Tec teilt seine Kompetenzen mit der Crowd

40:02 Investoren haben weit mehr zu bieten als nur Geld

45:23 „The way to stay up to date“

48:15 „First who then what“

49:55 Peters Punchline

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