Vom Vorstandsassistenten zum Posterboy der OMR

Vom Vorstandsassistenten zum Posterboy der OMR

Wenn jemand von Unternehmensgründung einen ganzen Kanon rocken könnte, dann ist es Philipp Westermeyer von den Online Marketing Rockstars. Immerhin hat er sich an das alte Sprichwort “Aller guten Dinge sind drei”(-und mehr) gehalten und bei den Gründungen von vier Unternehmen die erste Geige gespielt.
Für die erste Ausgabe des Chef-Treff-Podcasts hat uns der OMR-Macher einen kleinen Einblick in seinen Werdegang gegeben, unter anderem über das Phänomen von Firmenan- und Verkäufen berichtet und verraten welche (Podcast-)Projekte sich bei ihm gerade in der Pipeline befinden.


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Aller Anfang

Gruner & Jahr schien für Philipp Westermeyer das Sprungbrett für eine steile Karriere zu sein. Dort hatte er ab 2008 bereits die Chance, die Medienwelt mal etwas von der Seite erleben zu dürfen. “Hier habe ich meine heutigen Partner und Mitgründer Tobias und Christian kennengelernt. Mit Tobias habe ich in der Zeit angefangen erste Webseiten zu bauen.” Das war die Zeit, in der auf einmal diverse Jungunternehmer mit SEO sehr erfolgreich waren. Angestachelt also von diesen Porsche fahrenden, selbsterklärten SEO-Päpsten, haben sich Tobias und Philipp gedacht: Hey, lass uns das einfach auch probieren! “Also haben wir angefangen eigene SEO-Projekte zu starten. Als wir Gruner & Jahr dann verlassen und daraus einen Vollzeitjob gemacht haben, ist uns klar geworden, dass es sich dabei um ein Thema handelt, das stark Google abhängig und damit eine etwas wackelige Angelegenheit ist. Mit Tobias’ Talent haben wir dann die ersten deutschen Ad-Server entwickelt.”
Ein lukratives Geschäft entwickelte sich dann daraus, dass die Jungs 2009 suchmaschinenoptimierte Restseiten vermarkteten und im Displaybereich weitere Restflächen kauften.

 

Nächste Welle – Perfekte Welle?

Ein Aspekt auf den Westermeyer wirklich stolz sein kann, ist, dass er seinen ersten Coup ohne Fremdfinanzierung gestartet hat. Durch ihren Start im Display-Ads-Handel waren die Erfahrungen im An- und Verkauf von Bannerflächen vorhanden. Als in der darauffolgenden Zeit Themen wie Programmatic und RTA an Relevanz gewannen, war für die Jungs klar, auch diese nächste, große Welle mitzunehmen. Und warum dabei nicht auf Investoren setzen? Dr. Florian Heinemann, der zur gegebenen Zeit mit Project A etwas Geld zu vergeben hatte, kam bei der Finanzierung der Gründung von Westermeyers Unternehmen Metrigo ins Spiel.

Es folgte eine Art Firmen-Ping-Pong. “Nach einiger Zeit bot sich ein Deal mit Zanox, also haben wir Mehrheitsanteile von Metrigo verkauft. Der Fokus vom Vorstand war ein ganz anderer als unser eigener. Die Lösung bestand in der Rückabwicklung der Übernahme.” Also hat Westermeyer einfach mal seine eigene Firma zurückgekauft, kann man schon mal machen. Und richtig gut lief es dann, als Zalando 2015 die Metrigo-Bildfläche betrat. Zalando war nämlich auf der Suche nach einem Team, einer Plattform und einer Basistechnologie für die Vermarktung. So wurde die Metrigo GmbH Teil der Zalando Media Solutions. Bis heute sind Westermeyers Kollegen Christian und Tobias bei dem hauseigenen Zalando Ad-Tech Lab in Hamburg tätig.

 

Bootstrapped oder VC-funded?

Philipp Westermeyer hat Firmen sowohl im Alleingang und ohne Fremdfinanzierung, als auch mit VC Funding hochgezogen. “Wenn es finanziell möglich ist, ist es das Beste so viel wie möglich selbst zu finanzieren. Man hat einfach weniger Abstimmungen, Abwicklungs-oder Prozessthemen. Aber alles kann man eben nicht selber starten. Uns war bei der Programmatic-Sache klar, dass Tobias’ Talent für die benötigten Technologien nicht ausreicht. Da muss man sich Leute suchen, die das drauf haben und das muss dementsprechend finanziert werden.”

Womit man aber bei einem VC Funding oder externer Finanzierung rechnen muss ist, dass der Investor sich früher oder später von der Sache lösen will. Ist das gleichzusetzen mit einem absehbaren Abschied von der eigenen Firma? “Bei Metrigo wussten wir, dass wir nicht bis ins Rentenalter eine Ad-Tech-Firma führen wollen. Das ist alles so agil und dynamisch, dass man eben nicht nur auf die Welle aufspringt, die gerade vorbeizieht, sondern gegebenenfalls wieder abspringt. Ein anderes Gefühl hatte ich allerdings bei der OMR.”

 

Wenn aus Passion Business wird

Stichwort OMR. Manchmal entwickeln sich Unternehmen und Firmen aus einer Idee, die einem “mal eben nebenbei” gekommen ist. Westermeyer hat die in seinem Kopf gewachsene Idee verwirklicht, weil er sich schon immer für Medien und Journalismus interessierte. Das war sein Ding. 2011 hatte die OMR ihr Debüt im klassischen Konferenzformat mit 200 Teilnehmern. Heute, sechs Jahre später, sind es 26.872. Woran er rückblickend festmachen kann, dass aus seiner Idee ein richtiges Business entstehen konnte, weiß Philipp nicht so genau. “Über die Jahre, in der wir die OMR veranstaltet haben, ist mir linear klar geworden, dass dieses Festival-Thema die Leute begeistert und es ihnen was wert ist. Mit der Konferenz hatte ich ein Medienprodukt und konnte meine Leidenschaft ausleben. Und dann haben wir angefangen, die OMR im Web mit Blog, Jobbörse, Podcasts, Seminare und Reports zu erweitern!” All das zählt zu den Dingen, die ihm Spaß machen. Und deshalb kann er mit der OMR auch ein “bisschen” Umsatz verzeichnen: “If you’re good at something money will come.”

 

Try some, but stay focused

Wenn es mit der OMR so weiterläuft wie bisher, ist laut Westermeyer ein Größerwerden nicht auszuschließen, um nicht zu sagen unvermeidlich. Ausverkaufte Tickets und an die tausend Leute auf der Warteliste bringen Westermeyer und sein Team schon ins Grübeln, ob sie in Zukunft nicht einfach eine weitere Messehalle in Hamburg dazu nehmen sollen oder sogar müssen. Eine bescheidene Teilnehmerzahl von 40.000 wäre künftig durchaus zu erreichen.
Auch das Thema Podcast gewinnt mehr und mehr an Bedeutung. Auf der OMR-Seite gibt es bereits diverse Episoden zu den unterschiedlichsten Themen, und diese laufen richtig gut. Was macht den Erfolg eines Podcasts aus? “Inhalt und Discovery. Durch unsere OMR-Plattform haben wir die Möglichkeit einen Podcast gut anzukündigen und können damit eine gute Discovery generieren.”

Das Podcast-Format möchte Westermeyer ab sofort auch dazu nutzen, Sportberichterstattung auf ein neues Niveau mit deutlich mehr Tiefgang zu bringen. Soll heißen: Mehr spannende Insights der (olympischen) Sportlerszene und zwar aus erster Hand. Hockey-Star Moritz Fürste wird bei seinem Podcast “MoSports” einige deutsche Sportprofis zu Gast haben.
“Das sind so Ideen, die wir haben. Ob die dann laufen, müssen wir probieren. Allerdings müssen wir uns dabei einen gewissen Fokus bewahren. Da es schon anstrengend genug ist, jeden Tag an der Digital Marketing Szene dranzubleiben, darf man sich nicht durch alles Mögliche probieren, um alles schön im Überblick zu behalten.”
Neue Projekte sind also vorhanden. Nach dem diesjährigen Erfolg kann man sich eigentlich sicher sein, dass die OMR unweigerlich wachsen wird. Und wer so ein angesagtes Produkt auf die Beine stellt, dass sogar die Besucher den Mitarbeitern der Messe deren OMR-gebrandeten Klamotten abkaufen wollen, könnte sich durchaus überlegen, zusätzlich einen original OMR-Merchandising-Shop aufzuziehen.

Wir sind auf jeden Fall gespannt, was das Team der OMR als nächstes aus dem Hut zaubern wird.

Übrigens: Philipp Westermeyer hostet auf der diesjährigen K5 den Mobile Heroes Track!

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