10 Jahre mymuesli: Die Learnings der (Erfolgs-)Geschichte

10 Jahre mymuesli: Die Learnings der (Erfolgs-) Geschichte

Angefangen als Mass-Customization, jetzt Multichannel-Brand. Seit zehn Jahren ist mymuesli im Gespräch. Der Run von Investoren auf derartige Marken lässt kaum glauben, dass sich hinter mymuesli eine Idee verbarg, an die anfangs kaum jemand geglaubt hat.

Die Learnings und Erfahrungen der letzten Jahre hat Mit-Gründer Max Wittrock auf der diesjährigen K5 2017 in Berlin mit uns geteilt.

 

Marketing by Storytelling, oder: wie alles begann

Drei Jungs, ein Badesee, ein Radiospot. Selten hat eine Gründungsstory so sehr Geschichte geschrieben. (Im wahrsten Sinne des Wortes, aber dazu später mehr.) Wie mymuesli vor zehn Jahren gegründet wurde, ist mittlerweile bekannt. Auch, dass in den ersten Jahren einiges schief gelaufen ist. Aber, und das sollten sich alle werdenden Gründer hinter die Ohren schreiben, nichts liefert anfangs ein besseres Marketing als eine Geschichte mit allen Ups und Downs des Werdegangs. Egal, wie unspektakulär ein Produkt erscheint, wenn man eine spannende Geschichte mit vielen (lustigen, spannenden oder schlicht relevanten) Details liefern kann, ist die Markenbekanntheit fast garantiert. Damals war sich auch Max Wittrock ganz sicher, dass über mymuesli in vielen Medien berichtet werden würde. Und zwar nicht, weil wir alle gerne Erfolgsgeschichten lesen. Sondern “weil wir Menschen es leider spannend finden, zu lesen, wenn andere auf die Schnauze fliegen”.
Wichtig für Produkte: Durch Geschichten bleiben auch vermeintlich unwichtige Details im Gedächtnis und geben den Produkten einen neuen, idealerweise höheren Wert. Und wenn’s gut läuft, dann können potenzielle Kunden kaum am neuen Produkt kaum vorbei kommen. #truestory

 

Eine Chance für den Multichannel

Ja, Multichannel ist so ein Thema. Und Ja, Multichannel bietet sich auch nicht für jedes Geschäftsmodell an. Daher sollte man sich im Vornherein darüber Gedanken machen, ob sich der Schritt in den Offline-Handel lohnt. Im Fall von mymuesli war das Potenzial, dass es mit einem Laden klappen könnte, vorhanden. Aus gesammelten Daten der individuellen Mischungen ließ sich gut ableiten, was den Kunden generell schmeckt. Bis der erste Store in Passau dann allerdings in Fahrt kam, mussten sich die drei Gründer damit auseinandersetzen, was einen Laden überhaupt erfolgreich macht. Außerdem: Für einen zweiten Laden an einem anderen Standort hielt sich das Interesse der Makler allerdings in Grenzen. Dann gilt es, einen wichtigen Sale zu machen. Für mymuesli: Einen Laden in Top-Lage zu eröffnen! Nicht einfach, aber nach ausführlicher Suche war das Resultat – ein mymuesli-Store am Viktualienmarkt.
”Die haben einen Laden am Viktualienmarkt?” Das ließ andere Makler aufhorchen, es folgten weitere Läden, sogar in Österreich und bis in die Schweiz. Noch mehr offline gehen? Ja, auch in Supermärkte expandierte mymuesli, da über 90% der Lebensmittel immer noch im Supermarkt gekauft werden.

 

Work smart – act intuitive

Gerade bei Startups ist es besonders wichtig, dass man als Gründer die Kernfragen des eigenen Business’ versteht. Worauf sich mymuesli konzentriert : Ein solides Geschäftsmodell („Wir verkaufen Haferflocken teurer als wie sie einkaufen”) und Weiterempfehlungen. Beim Geschäftsmodell geht es aber auch darum, die Qualität super hoch zu halten: Der Fokus liegt also auf dem Produkt, um dann durch Weiterempfehlungen der Kunden immer neue Kunden zu gewinnen.

Und: Wichtig ist, den Kunden zuzuhören. Ihren Input, ihr Feedback ernst zu nehmen und zu nutzen. Doch viele Entscheidungen müssen auch durch Gründer und Unternehmer selbst, intuitiv und sogar aus dem Bauch heraus getroffen werden. Hätten sich die mymuesli Gründer nur auf Zahlen beispielsweise verlassen, hätten sie ihr Geschäft vielleicht niemals so weit bringen können. Was die Arbeitszeit angeht: Am Anfang bekommt man nichts geschenkt. Wohl kaum ein Gründer hat sich nicht Wochenende über Wochenende um die Ohren gehauen. Aber: Irgendwann ist harte Arbeit allein kein Erfolgsfaktor mehr. Denn eine 120 Stunden Woche bringt auf Dauer nichts im Startup weiter, wenn die Effizienz dabei fehlt. Also: Wichtig sind Pausen; und geblockte Zeit für Kreativität, Ideen – um nicht nur reaktiv und den eigenen Emails hinterher zu sein. #everbodychill

 

Durchhalten und machen!

Bauchentscheidungen und ein smarter Workflow waren also für mymuesli ein Erfolgsfaktor. Am wichtigsten aber: Das starke Durchhaltevermögen zahlte sich aus. Obwohl anfangs fast niemand an das Konzept geglaubt hat, blieben die mymuesli-Gründer dran, probierten aus, machten weiter, gingen immer neue Wege, um die optimale Lösung für jedes Problem zu finden: Immer weiter also. Daran haben sie bis heute festgehalten. So sehr, dass zum zehnjährigen Jubiläum ein Buch mit dem innovativsten Titel überhaupt erschienen ist. “Machen”, so könnte man sagen, beschreibt den Spirit der gesamten mymuesli Company. Wer gründen oder auch nur mal seinen Schreibtisch aufräumen will, aber davor seit Jahren zurückschreckt, sollte es wirklich: einfach machen. Die (Erfolgs-)Geschichte von mymuesli hat gezeigt, dass mit einer guten Idee, einem noch besseren Team und einem gewissen Maß an Kreativität und Durchhaltevermögen alles im Bereich des Möglichen liegt. #justdoit

Suche
Jetzt anmelden für den K5 Newsletter!
K5 LIGA Premium Mitglieder