5 Innovationen, mit denen Westwing den Home & Living Markt eroberte

Wer an Home & Living denkt, hat zunächst vorrangig pragmatische Möbel im Kopf: Tisch, Schrank, Couch, Bett. Tatsächlich aber handelt es sich bei Home & Living um einen sehr emotionalen und fragmentierten Markt. Der Aspekt der Inspiration steht dabei besonders im Fokus. Westwing-Gründer Delia Fischer und Stefan Smalla stellten in ihrem Vortrag der K5 2016 vor, wie man mit fünf Innovationen den Home & Living Markt antreiben und dabei selbst zu einer der vertrauenswürdigsten Brands der Branche werden kann.

 

1) Local goes global – Aufbau von lokaler und globaler Logistik

Seit der Gründung 2011 können mittlerweile Kunden aus 14 Ländern dem Westwing Shopping-Club beitreten und sich von dessen Angeboten inspirieren lassen. Dabei stellt das weltweite Shipping gerade im Home & Living Markt eine Schwierigkeit dar. Das liegt an der geringen Wertdichte, die Möbel und andere Wohnartikel mit sich bringen. Im Gegensatz zu einem Klamottenversand, bei dem ein Hemd aufgrund seiner hohen Wertdichte problemlos von Spanien nach Deutschland und wieder zurück gesendet werden kann, würden bei großen Möbeln und Artikeln, die in Einzelteilen geliefert werden, enorme Kosten und Aufwand für Logistik und Versand entstehen. Westwing hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, ihren Lieferanten sowohl bei lokaler als auch bei globaler Logistik zu unterstützen: Gmundner Keramik aus Österreich beispielsweise ist für Westwing ein lokaler Lieferant mit lokalem Markt. Mittlerweile können Gmundner Produkte allerdings auch nach Kasachstan geliefert werden. Wie? Durch Gmundners lokale Logistik kann der Lieferant seine Produkte in das Westwing-Lager in Deutschland liefern. Da Westwing mittlerweile mit seinen sieben Logistik-Centern eine globale Logistik ausbauen konnte, können die Gmundner Produkte mit Transshipment weltweit ausgeliefert werden. Vor Ort sorgt wiederum eine weitere lokale Logistik für den Transport zum Kunden. Zwar ist die Kombination aus lokaler und globaler Logistik sehr teuer, aber dadurch ermöglicht Westwing seinen Lieferanten die Erschließung neuer Märkte.

 

2) Das Supplier-Portal für Partner-Integration

Die zweite Innovation startete Westwing im technischen Bereich. In Form eines Supplier-Portals möchte Westwing seine Partner so gut es geht in die Verkaufsprozesse integrieren. Dabei erhalten sie mithilfe von “live views” Einblicke auf die Sales. Dazu müssen sie sich lediglich im Portal einloggen und können dann live beobachten, welche Produkte sie gerade verkaufen. Ziel ist es, die Lieferantenpartner vollständig in die gesamte Wertschöpfungskette mit einzubinden. Im Endeffekt sollen Lieferanten-Lager nichts weiter darstellen, als ein weiteres Lager für Westwing. Die meisten Lieferanten verfügen selbst noch nicht über eine Systemlandschaft oder ERP. Hierfür möchte das Unternehmen den Lieferanten als Service dienen. Bei der Optimierung dessen befindet sich Westwing zwar noch am Anfang, möchte aber weiterhin investieren, um seine Partner bestmöglich zu integrieren.

 

3) Brand Support

Der Home & Living Markt musste lange Zeit beweisen, dass er größer ist, als bisher angenommen. Die Vermutung rührt daher, weil die vertriebenen Marken äußerst fragmentiert sind. Nichtsdestotrotz bietet Westwing gerade kleineren Marken die Möglichkeit sich über die Plattform zu stärken. Marken sollten sich darauf konzentrieren können, ihre Produkte bestmöglich zu designen und zu produzieren, während Westwing im weiteren Verlauf als Betriebspartner im E-Commerce fungiert. Das dänische Interieurdesign-Label Bloomingville betreibt in Deutschland keinen Online-Shop, sondern verlinkt direkt zu Westwing. Westwing wiederum kümmert sich darum, das Sortiment auf der Website nach den Wünschen Bloomingvilles zu präsentieren. Die Kaufabwicklung, sowie Auslieferung der Bestellungen laufen ebenfalls über Westwing.

 

4) Das shoppable Magazine – Verbindung zwischen Content und Commerce

Mit seinem “shoppable Magazine” ist es Westwing gelungen, den Spagat zwischen Content und Commerce zu meistern. Darin werden den Kunden rund 200.000 Artikel, über einen längeren Zeitraum verteilt und thematisch sortiert, präsentiert. Vorstellen kann man sich das Online-Format wie einen Katalog. Das Mitglied hat nicht nur die Möglichkeit durch die Auswahl zu stöbern, sondern auch Produkte daraus direkt zu erwerben. Ein hauseigenes Content-Team kümmert sich bei Westwing darum, die Angebote in einem inspirierenden Kontext darzustellen. Einzelne Produktbilder werden durch ganze Wohnbeispiele, saisonale Kampagnen mit Hintergründen zur Marke und DIY-Videos ergänzt. Diese Bandbreite hilft dabei, den Kunden besser zu inspirieren und einen besseren Eindruck der Artikel in einem (Wohn-)Kontext zu vermitteln. Ideen und Inspiration bringen den Kunden zudem immer wieder auf die Seite zurück. Ein weiterer Vorteil des mobilen Magazins: es wird besonders auf dem Handy von den Kunden angenommen. Zwar lief das Magazin auch schon über Desktop, generierte jedoch bei Weitem nicht so viele Käufe. Das “shoppable Magazine” sorgte bei den Mitgliedern für fünffaches Engagement.

 

5) banal-genial: warum Social Media auch für den Home & Living Markt essentiell ist

Gelingt es einem Unternehmen die Verbindung zwischen Content und Commerce zu “knacken”, kann man Engagement und eine erstaunlich hohe Reichweite generieren. Am Beispiel eines DIY-Videos der brasilianischen Westwing Seite, lässt sich die Tragweite durch Social Media deutlich veranschaulichen: Das Video wurde auf Facebook über 11.000 Mal geteilt. Sprich, über 11.000 Kundinnen fanden den Clip so inspirierend und ansprechend, dass sie ihn auf ihrer eigenen Timeline geteilt haben. Die Folge: Das Video konnte dadurch rund 660.000 Views verbuchen. Social Media kann also Reichweiten erzeugen, die in einem derartigen Ausmaß, in so kurzer Zeit sonst gar nicht möglich wäre. Und wer Reichweite generieren kann, gewährleistet bei den erreichten Leuten eine gewisse Präsenz, die dazu führt, dass Westwing an Bekanntheit und somit auch an Kunden gewinnt. Künftig wird der Shopping-Club weiterhin das Thema Social Media fokussieren und darin investieren. Videos bzw. Beiträge sollen und müssen so gestaltet sein, dass (neue) Kunden sich engagiert fühlen bei Westwing zu bleiben.

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