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Wie Kunden mit dem Winefinder auf den richtigen Geschmack kommen

Jan 8, 2021 | ChefTreff, Food, Home

Interview mit Dominic Blaesi, Mitgründer flaschenpost.ch.

In seiner Freizeit liebt es Dominic Blaesi Saxophon zu spielen oder mit seinem Segelboot über den Zürichsee zu schippern. 2020 dürfte er dafür jedoch eher weniger Zeit gehabt haben. In diesem so einprägsamen Jahr machte er mit seinen Mitgründern 100.000 aktive Kunden glücklich. Und das zahlte sich aus. Ihr 2007 gegründetes Unternehmen Flaschenpost erwirtschaftete im Jahr 2020 einen Umsatz von rund 30 Millionen Schweizer Franken.

Der Guide vor dem Weinregal

Die Kunden schätzen die einfache, schnelle Lieferung und den guten Geschmack, meint der 40-Jährige im K5 Podcast ChefTreff mit Sven Rittau. So können 1.000 ausgewählte Flaschen des Sortiments bereits in 24h ausgeliefert werden, was 50% der Bestellungen ausmache. Der typische Kunde käme durch Suche einer bestimmten Weinmarke auf flaschenpost.ch und bestelle anschließend im Durchschnitt 2,8 verschiedene Weine aus der großen Auswahl.

Für weniger fachkundige Konsumenten möchte Flaschenpost.ch ein “Guide” vor dem Weinregal sein. So bringen die Flaschenpöstler – wie sie sich selbst nennen – 6 mal im Jahr ihr eigenes Magazin heraus und bieten auf der Website einen “Winefinder”.

Vom Weinkauf zum Weinmoment

Mit dem Winefinder finden Kunden über allerlei Filter – von Traubensorte und Herkunftsland über Kulinarik bis hin zu eigenen Charaktereigenschaften – zu ihrem passenden Begleiter für ihren persönlichen “Weinmoment”. Diese Weinmomente wollen Dominic und sein Team in Zukunft noch mehr schaffen. So sollen weitere Services, wie beispielsweise das Abomodell, ausgebaut werden und sich durch intelligente Funktionen dynamisch auf Gewohnheiten der Kunden anpassen. Langfristig möchten die Gründer sogar den bloßen Weinkauf durch den Weinmoment als soziales Erlebnis ersetzen.

Mit dem Holacracy-Ansatz durch die Corona-Zeit

Die veränderte Verhaltensweise der Schweizer habe den Flaschenpöstlern schon während den Lockdown Zeiten in die Karten gespielt. So konnte Flaschenpost seit Mitte März ein Wachstum von +200% verzeichnen. Leicht zu stemmen war die angestiegene Nachfrage jedoch nicht. Hätte Flaschenpost eine klassische hierarchische Organisation gehabt, hätten sie Corona nicht meistern können, meint Dominic. Im Interview macht er deutlich, dass ein Großteil des Erfolgs seinem Team zuzuschreiben ist. Durch den sogenannten Holacracy-Ansatz, einem Business Ansatz, der versucht Entscheidungsprozesse schlank und effektiv zu halten, haben sie die anfänglichen Schwierigkeiten in der Logistik und Customer Service jedoch schnell überwunden. So wurde beispielsweise ein “Crisis Response”-Team, aus unterschiedlichen Rollen zusammengesetzt, einberufen und die Anzahl von Mitarbeitern sogar verdoppelt.

 

Im ChefTreff Interview gehen Sven Rittau und Dominic Blaesi außerdem auf die Themen Internationalisierung und Finanzierung ein. Zudem besprechen sie, weshalb ein Marktplatzmodell bislang nur auf lange Sicht denkbar ist.

Natürlich findest Du den ChefTreff Podcast auch auf Spotify, iTunes, Deezer und TuneIn!


Podcast Übersicht:

 

(0:40) Wer bist Du und was machst Du?

 

(2:10) Wie lief es in der bisherigen Corona-Zeit für flaschenpost.ch?

 

(3:10) Wie managt man ein Wachstum von +200%? Wie habt Ihr Euch in der Organisation dafür aufgestellt?

 

(7:35)Wie lange hat es gedauert bis Ihr Gründer gemerkt habt, dass aus einer Idee ein gewinnbringendes Geschäftsmodell wird?

 

(13:35)Bezieht Ihr direkt von den Winzern oder von Großhändlern? Wie habt Ihr anfangs die ersten Lieferanten überzeugt?

 

(16:20)Wäre in Zukunft ein Marktplatzmodell denkbar?

 

(17:55)1.000 Flaschen könnt Ihr innerhalb von 24h liefern?

 

(20:25)Wie planerisch agiert der Flaschenpost-Kunde?

 

(24:20)Wie viele aktive Kunden habt ihr derzeit?

 

(25:45)Seht Ihr Euch auch als Guide für Eure Kunden?

 

(27:50)Welche “Add-Ons”, die ausbaufähig sind, könntest Du Dir noch vorstellen?

 

(35:10)Flaschenpost ist hauptsächlich eigenfinanziert. Hättet Ihr mit mehr Fremdkapital Euer Wachstum früher beschleunigen können?

 

(36:50)Ist eine Internationalisierung ein Thema für Euch?

 

(37:55)Fasst Ihr Fremdfinanzierung nun mehr ins Auge?

 

(39:35)Welche Erfahrungen macht Ihr mit dem Holacracy-Ansatz?

 

(42:40)Wie wappnet Ihr Euch für den nächsten Lockdown?

 

 

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