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Jennifer Baum-Minkus mit gitti: Nagellack mit 100% Commitment

Aug 23, 2021 | Beauty, Female in Retail, Home

“Was würdest Du tun, wenn Du keine Angst hättest?”, wurde Jennifer Baum-Minkus, Founderin von gitti, vor paar Jahren bei einem feucht-fröhlichen Abend gefragt. “Nagellack” war damals der erste Gedanke, der ihr in den Sinn kam. Wer hätte gedacht, dass dieser Moment jetzt zu einer erfolgreichen veganen Kosmetik-Brand mit einer 6,9 Millionen Euro schweren abgeschlossenen Series A-Finanzierungsrunde führt? 

 

“Ich habe meinen Job im Corporate von jetzt auf gleich gekündigt, weil ich einfach das Gefühl hatte, ich muss was Neues machen, wo ich mit absoluter Leidenschaft dabei bin”, erzählt Jenni im ChefTreff Podcast. Die entscheidende Frage, die ihr ein paar Wochen nach dem Entschluss, ihren Job aufzugeben, gestellt wurde, änderte schließlich ihr Leben grundlegend. 

 

“Ok, dann mach’ ich mal”

 

Noch am selben Abend informierte sie sich überhaupt zum ersten Mal in ihrem Leben über das Thema Nagellack und dessen Herstellung, wie Jennifer Baum-Minkus berichtet. “Als ich herausgefunden hatte, es gibt nichts auf dem Markt, was mich befriedigt oder meinen Anforderungen entspricht, dachte ich mir >>ok, dann mach ich mal<<” 

 

Aus den zunächst intrinsischen Gedanken, wie Jenni betont, wurde dann 2018 gitti conscious beauty gegründet. Bis zur Gründung fehlte jedoch das Produkt. Eineinhalb Jahre dauerte es, einen Nagellack herzustellen, der sowohl umweltfreundlich ist, als auch mit Haltbarkeit und Strahlkraft überzeugt. 

 

Das ganze Know How über Inhaltsstoffe und Produktion eignete sie sich nach eigenen Worten durch “Learning by doing” an. Die Founderin ging auf Messen und bat Besucherinnen ihren Nagellack zu testen. Auch der Freundeskreis musste herhalten. Dieser half ihr nicht nur bei dem Produkt Testing, sondern auch bei der Business Strategie.

 

Das Accelerator Programm als Nährboden 

 

Durch den Rat einer Freundin meldete sich Jennifer Baum-Minkus bei dem Accelerator Programm Grace an, welches sie als Nährboden für sich bezeichnet. “An alle Frauen mit Gründungs-Ambitionen: Grace” appelliert Jenni. Das Accelerator Programm half ihr unter anderem beim Fokus der Zielgruppe und das dafür beste Werbemedium. Herausgestellt hatte sich in dem Fall ein überwiegend weibliches Publikum, was sich sowohl für Nachhaltigkeit, als auch für Design interessiert. Die beste Plattform für diesen Kundenkreis sind die Social Media Kanäle, speziell Instagram. 

 

Jenni holte sich auch sehr schnell Angel-Investoren mit ins Boot. Weniger wegen des Kapitals, mehr wegen der Expertise. Sie betont, wie wichtig die Wahl des richtigen Investoren ist: “Das ist wie eine Ehe. Man arbeitet so intensiv miteinander und hat idealerweise eine ziemlich lange Reise gemeinsam vor sich. Da sollte man schon sorgfältig prüfen, wen man sich in die Firma holt.”

 

Nachfrage generieren ohne Produkt

 

Während der Produktion war es nicht still um die junge Marke. Auf Instagram generierte Jennifer Baum-Minkus eine Nachfrage nach jenem nachhaltigen Nagellack, den es bis dato noch nicht gab. Indem sie ihre Follower*innen darüber aufklärte, wie schädlich die herkömmliche Nagelkosmetik für Mensch und Umwelt ist, erschuf sie einen Bedarf nach ihrem Produkt. Das sorgte dafür, dass nach kürzester Zeit nach dem Launch des Onlineshops die Lacke ausverkauft waren. 

 

Diese sogenannte Drop Marketing Strategie sorgte im ersten Jahr dafür, dass der Onlineshop neunmal erneut geöffnet wurde und die Nagellacke sofort ausverkauft waren. Nach vorherigem Anwerben auf den Social Media Channels wuchs die Nachfrage bis zum Launch immens. 

 

In der Höhle der Löwen gewann Jennifer Baum-Minkus an besonderer Aufmerksamkeit. Sie war bis zu diesem Zeitpunkt die einzige Founderin in der Geschichte von DHDL, die von allen Löwen ein Finanzierungsangebot erhalten hat. Zum Deal kam es zwar nicht, eine größere Reichweite inklusive neuer Investitionsmöglichkeiten war ihr dennoch garantiert.

 

Nagelkosmetik ist allerdings nicht die einzige Kategorie, worauf sich Jennifer Baum-Minkus mit gitti konzentrieren will. “Das was ich mir damals auf den Zettel geschrieben habe, was ich gern für ein Produkt hätte, das haben wir noch nicht mal”, erzählt Jenni im ChefTreff Podcast. Die aktuellen News von gitti machen neugierig auf neue Produktkategorien, die Ende des Jahres veröffentlicht werden sollen.

 

Auf dem Weg die Beauty Industrie zu revolutionieren

 

Die 6,9 Millionen €, die die nachhaltige Kosmetik Brand vor kurzem erhalten hat, sollen vor allem für die Produktentwicklung, Erweiterung des Teams und zur Internationalisierung dienen. Zu den Lead-Investoren gehört die Venture Capital Gesellschaft XAnge, welche “visionäre Gründer*innen mit starken Werten und Ambitionen beim internationalen Roll-out begleitet”, heißt es im Statement von gitti.  “gitti steht für eine neue Generation von Unternehmen und Unternehmern, für die die Auswirkungen ihrer Produkte auf ihre Kunden, die Umwelt und alle Stakeholder ganz klar im Fokus stehen. Wir bei XAnge freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Jenni und ihrem Team und darauf, die Beauty Industrie auf neue, nachhaltige Art und Weise neu zu definieren”, so Bernhard Schmid, Managing Partner von XAnge

 

“Wir sind zu 100% committed, in der Industrie was zu bewegen”, heißt es von der Gründerin selbst. Das Team der K5 wünscht Jenni und gitti dabei viel Erfolg und freut sich auf weitere farbenfrohe Produkte, die nicht nur die Zukunft der Kosmetikbranche bunter und lebenswerter machen.

 

 

 

 

Von Lena-Maria Stahl

 

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