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Maria Spilka: Mädchenflohmarkt – der sozialökonomische Erlebnismarkt im Netz

Jul 19, 2021 | E-Commerce Insights, Fashion, Female in Retail, Home

“Frauen haben zu viele Klamotten”, äußerte sich Maria Spilka, Co-Founderin von Mädchenflohmarkt, gegenüber der Brigitte, als sie zu ihrer Gründungsintention gefragt wurde. Mittlerweile hat der Secondhand-Marktplatz für “Mainstream Premium” Mode einen zweistelligen Millionenumsatz jährlich mit fast 2 Millionen aktiven Nutzer*innen. Das hatten sich Maria Spilka und ihre zwei Mitgründer Peter Ambrozy und Thorsten Lückemeier wohl auch nicht gedacht, als sie im Sommer 2012 die Website Mädchenflohmarkt.de launchten. 

 

2010 startete Maria Spilka mit ihren beiden Co-Foundern Mädchenflohmarkt als physisches Event. Doch erst zwei Jahre später mit einer Testversion der Website wurde der “Erlebnismarkt” digitalisiert. Die Bedenken, dass die Nachfrage zu gering sei, war noch zu groß. Als der Webshop jedoch schließlich gelauncht wurde, stürzte die Seite wegen dem enormen Interesse zusammen. 

 

Von der Nische zum Mainstream

 

Mittlerweile sind digitale Secondhand-Modeplattformen wie Mädchenflohmarkt nicht mehr wegzudenken. Schon gar nicht in einer Zeit, in der Umweltschutz und Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle spielen. Gegenüber der absatzwirtschaft.de teilte die Founderin mit, dass sie selbst ihre beste Kundin sei und gebrauchte Mode ¾ ihres Kleiderschranks ausmachen.

 

Seit letztem Jahr kooperiert das Unternehmen mit ABOUT YOU und bietet ihre Preloved Fashion über den digitalen Marktplatz an. In der zweiten Staffel des K5 TVs erzählt Spilka über die Zusammenarbeit, die sie als durchaus positiv beschreibt und sich weitere Kooperationen mit anderen Plattformen vorstellen kann: “Wir wollen überall mitmischen, wenn es um Secondhand und Resale geht.” Auch mit eBay und dem Modehaus Breuninger arbeitet Mädchenflohmarkt zusammen. 

 

Während der Pandemie und die damit verbundenen langen Ladenschließungen half das Unternehmen stationären Second-Hand Läden, indem diese auf ihrer Plattform kostenlos verkaufen konnten. Covid pushte die Secondhand-Branche zudem weiter nach vorne. Spilka erzählt, dass sie mit einem 60-80% Wachstum in diesem Jahr rechnen. 

 

Das Team ist wichtiger als Kundschaft

 

Den Erfolg hat Maria Spilka mit Mädchenflohmarkt aber nicht nur dem Trend Nachhaltigkeit und dem Wiederaufleben von Preloved Fashion zu verdanken, sondern einer erfolgreichen Unternehmensstrategie. Vor kurzem veröffentlichte die Gründerin auf LinkedIn einige Learnings, die sie nun bald aus 10 Jahren Unternehmer*innentum gezogen hat.

Zum einen sei das Gründen an sich schon eine Herausforderung, mehr aber noch, das Etablieren eines Marktplatzes. Auch berichtet sie über die emotionale Achterbahnfahrt zwischen Euphorie und Terror und wie wichtig die mentale Gesundheit ist. Zudem kommt das Team immer vor der Idee und der Kundschaft, denn nur mit einem zufriedenen Team kann man vorwärts kommen. Alle Key Learnings findest Du hier: 

 

Learnings über das Unternehmertum von Maria Spilka auf LinkedIn

Learnings über das Unternehmertum von Maria Spilka auf LinkedIn Teil 2

Familie vs. Karriere: “I want to have it all”

 

Ende 2020 veröffentlichte Spilka über ihr Profil einen Beitrag über den Spagat zwischen Arbeitswelt und Muttersein. Unter dem Motto “I want to have it all” berichtet sie, wie die Geburt ihres Kindes sie nicht nur privat verändert hat, sondern auch als Unternehmerin. 

Schnell wurde ihr klar, dass sie weder auf Family Time verzichten, noch als Geschäftsführerin kürzer treten will. Die ideale Lösung für Spilka war daher in Teilzeit zu gehen. Dabei betont sie, dass sie zwar weniger Zeit in die Arbeit investiert, der Impact aber der gleiche bleibt. Mit klaren Regeln und Strukturen schafft sie Familienleben und Karriere zu vereinbaren. Zudem setzt sich die Gründerin für eine bessere Work-Life-Balance für Mütter und Väter ein, genauso für einen besseren Wiedereinstieg ins Berufsleben nach der Babypause.

 

Maria Spilka schafft es mit Mädchenflohmarkt nicht nur innerhalb der Gesellschaft einen Impact zu generieren, indem sie durch Secondhand die Mode nachhaltiger und zirkulärer macht. Sondern auch, indem sie sich für ein humaneres Arbeitsklima einsetzt, bei dem es nicht um entweder-Familie-oder-Karriere geht. 

 

 

 

Von Lena-Maria Stahl

 

 

 

 

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