mydays, Amorelie & Co. – Wie sich kleine Player erfolgreich etablieren

Mai 16, 2018 | Uncategorized

Die NuCom Group ist eins von drei Segmenten von ProSiebenSat1. Hier bündelt der Medienkonzern mit einem Portfolio von Handelsplattformen seine E-Commerce-Aktivitäten. Anfang des Jahres schloss ProSiebenSat1 mit dem Wachstumsinvestor General Atlantic die Minderheitesbeteiligung an der NuCom Group ab. Ziel dieser Partnerschaft: NuCom soll noch mehr wachsen und profitabler werden. Im Portfolio befinden sich unter anderem Jochen Schweizer, mydays und Amorelie. Letzteres wurde erst kürzlich zu einem 98%-igen Konzernanhängsel. Die fast vollständige Übernahme warf Fragen auf. Zum Beispiel warum Amorelie-Gründerin und Geschäftsführerin Lea-Sophie Cramer trotzdem vorhat im Unternehmen zu bleiben. Während ihr Kollege und Mitgründer einen klassischen Exit hingelegt hat.

 

Sex that always sells – Amorelies Pläne und Visionen

Nicht nur die Anteilsverteilung hat Amorelie verändert. Die Entwicklungen im Unternehmen innerhalb der letzten fünf Jahre sind erstaunlich. Zu Gründungszeiten wurde die Branche aufgerüttelt. Denn anders als Vorgänger wie Orion oder Beate Uhse, startete Amorelie mit allem, was man aus diesem Sektor nicht kannte: Stil, Frische und Dynamik. Über die Jahre entwickelte sich das Unternehmen von einem Onlinehändler für Liebesspielzeug zu einem Omnichannel-Anbieter, inklusive Produktion und Vertrieb. Cramer bezeichnet Amorelie deshalb als Mature Startup, bei dem an oberster Stelle die Entfaltungsmöglichkeit und stetige Weiterentwicklung stehen. Denn – und das hat Cramer definitiv verstanden – in einem so schnelllebigen und agilen Sektor muss man schauen, welche Potenziale noch offen stehen. Produktentwicklung, Vertrieb in 15 Ländern, diverse Eigenmarken. Durch Parfums und Bücher soll sich Amorelie vom klassischen Sextoy-Markt entfernen. Wie kann und wird Amorelie darüber hinaus die Nische überraschen und bereichern?
Lea-Sophie Cramer ist am 3. Juli auf der K5 FUTURE RETAIL CONFERENCE zu Gast und wird uns verraten, wo sich Amorelie welche Chancen im Markt ausrechnet. Und welchen nächsten Innovationsschub das Lifestyle-Unternehmen aktuell in petto hat.
Bei einem können wir uns bei so viel good Vibrations von einem Unternehmen wie Amorelie allerdings sicher sein: There’s so much more to come…hihi.

 

Mit Nachhaltigkeit zum Erfolg

Wie bereits erwähnt, ist Amorelie nicht das einzige Unternehmen, das sich unter dem Dach der NuCom Group befindet. Des Weiteren auch die Freizeit-und Erlebnisgeschenkefirmen mydays und Jochen Schweizer. Letzterer wurde von ProSiebenSat1 vor einem knappen Jahr zu 90% übernommen. Mit dieser Zusammenführung bündelt der Medienkonzern also die führenden Erlebnisanbieter in der DACH-Region. Was verspricht sich der Konzern von dieser Fusion innerhalb der NuCom Group? Dr.Fabian Stich, CEO der Jochen Schweizer mydays Holding GmbH und Jörg Trouvain, MD der NuCom Group sind der Ansicht, dass sich daraus für beide Unternehmen diverse Synergien ergeben. Laut Stich hat sich die Markenbekanntheit enorm gesteigert, seitdem beide Teil des ProSiebenSat1-Konzerns sind. Zumal alle Unternehmen aus dem NuCom Portfolio voneinander profitieren, indem sie sich untereinander austauschen können. Denn jedes Unternehmen kann eine Spezialexpertise vorweisen und die anderen damit unterstützen. Die Chancen, die sich in dieser Konstellation sowohl für mydays als auch für Jochen Schweizer ergeben, sind vielversprechend. Besonders Omnichannel scheint ein Thema zu sein, in dem Stich großes Potenzial für die Holding GmbH und weitreichend für die NuCom Group sieht. Trotzdem sollen nach Trouvain beide Marken nach wie vor unterschiedlich positioniert werden. Sogar im Wettbewerb zueinander. Welche Strategie die NuCom Group und Jochen Schweizer mydays Holding GmbH damit verfolgen? Vermutlich eine, die dazu führen soll, gemeinsam zum Marktführer für Erlebnisgeschenke außerhalb der DACH-Region zu werden. Das Potenzial ist da, immerhin gelten Erlebnisse als die nachhaltigeren Geschenke. Denn sie sind immer mit etwas Emotionalem verbunden – der Wunsch nach materiellem Besitz in einer Gesellschaft, in der man theoretisch alles haben könnte, verliert deutlich an Wert.
Dass Erlebnissgeschenke also nicht nur im deutschsprachigen Raum relevanter werden können, ist demnach gar nicht so abwegig.

 

Der Stoff, aus dem Erfolgsstories gestrickt sind

Apropos nachhaltig. Ein weiterer Onliner, außerhalb der NuCom Group, hat seine Nische im Markt entdeckt. Der Online-Textilhändler fabfab vertreibt über spezialisierte Online-Shops Textilien und Kurzwaren in 12 Ländern und ist somit in Europa die Nummer 1 auf diesem Gebiet. Nachhaltigkeit spielte beim enormen Wachstum des Unternehmens eine wesentliche Rolle. Mit dem immer noch anhaltendem Do-it-Yourself-Trend bedient fabfab z.B. mit der hauseigenen Bio-Stoffmarke Tula eine immer größer werdende Zielgruppe von bewusst nachhaltig lebenden Menschen. Die Nachfrage hier ist nämlich groß und somit ein Wachstumstreiber der fabfab GmbH. Für 2017 setzte sich CEO Dr. Andreas Seifert das Ziel die Marktführerschaft von fabfab in Europa noch weiter auszubauen.

 

Zusammengefasst:

Was haben jetzt also Amorelie, die Nucom Group und die Jochen Schweizer mydays Holding GmbH mit der fabfab GmbH gemeinsam? Im Marktüberblick geben besonders Amorelie und fabfab Aufschluss darüber, wie man sich von einem kleinen (Startup-)Unternehmen zum deutschen oder gar europäischen Marktführer auf einem speziellen Gebiet entwickelt, wie in diesem Falle Textilien und Liebesspielzeug. Getreu dem Motto auf der diesjährigen K5 FUTURE RETAIL CONFERENCE “David vs. Goliath – Märkte im Umbruch” zeigen uns diese vier Companies eines: Dass es nicht nur Google, Amazon, Facebook und Apple sind, die den Markt regieren. Dass es durchaus Möglichkeiten gibt sich neben diesen Giganten erfolgreich zu platzieren. Dass ein Goliath selbst von kleinen Davids profitieren kann – und umgekehrt. Es heißt ja nicht umsonst: Gegensätze ziehen sich an.