So entwickelt sich der Amazon Marketplace

So entwickelt sich der Amazon Marketplace

Zu Beginn eine Zahl, die eine ungefähre Vorstellung davon erzeugen kann, wie E-Commerce in Deutschland tickt: 46%. Diese 46% beschreiben den Marktanteil, den Amazon hierzulande im vergangenen Jahr erzielen konnte. Bemerkenswert daran ist zudem, dass ein Viertel dieser Umsätze von Amazon Marketplace erzielt wurden. Während “nur” 21% aus dem eigenen Amazon-Geschäft kommen. Der virtuellen Marktplatz des Giganten gewinnt also mehr und mehr an Bedeutung. Und der Erfolg soll sich auch in diesem Jahr fortsetzen. Hierbei könnte auch die Entwicklung des Marktplatzes selbst nicht irrelevant sein. Was hat Amazon in dieser Hinsicht also vor?

 

Logistik für alle

Dass Amazon Marketplace so erfolgreich ist, liegt mitunter daran, weil es die Masse anspricht. Denn hier finden sich sowohl Händler als auch Kunden ein. Händler, da sie dort auf die meisten Kunden treffen und Kunden, weil dort „von a bis z“ so gut wie alles erhältlich ist. Das wiederum liegt an der großen Anzahl an Händlern, Marken und Herstellern, die auf Amazon ihre Produkte vertreiben.
Erst kürzlich eröffnete Amazon in Deutschland ein weiteres, riesiges Logistikzentrum, um so die Lieferdienstleistungen für die Amazon-Marktplatzhändler auszubauen. Das Logistikzentrum, das so groß wie sieben Fußballfelder ist, ermöglicht deutschen KMU ihre Produkte so über Amazon zu verkaufen und die Logistikinfrastruktur über FBA also Fulfillment by Amazon zu nutzen. Und zwar nicht nur deutschlandweit. Amazon plant seine Marktplatz-Partner beim grenzüberschreitenden Handel zu unterstützen. Das Logistikzentrum in NRW bietet für weltweiten Export und den dortigen digitalen Absatz die idealen Voraussetzungen.

 

Ein neuer Shop auf Amazon

Mittlerweile gibt es ja fast nichts, was auf Amazon nicht erhältlich ist. Von Fashion, über Food bis zu Lifestyle- und Sportprodukten, sowie Küchensupplements und vieles mehr – Händler und Hersteller bieten quasi alles mögliche an. Was hat Amazon neben dem expandierenden Marktplatzgeschäft außerhalb Deutschlands sonst noch vor? Gibt es eine bestimmte Nische in der Plattform, die das US-Unternehmen noch nicht vollends ausgeschöpft und für sich beansprucht hat? Tatsächlich, kürzlich bekannte sich Amazon zu den Plänen eine neue Plattform für Kosmetikprodukte zu eröffnen. Weil Amazon weiß, dass das Beauty-Business sehr lukrativ ist, bietet es auch längst Produkte großer Marken an. Mit dem “Indie Beauty Shop” sollen aber gezielt junge und kleine Kosmetikhändler angesprochen und somit ein neuer Verkaufskanal für sie geöffnet werden.
Für die kleinen Beauty-Brands ein enormer Vorteil, können sie sich durch den Amazon Marketplace schnell positionieren. Während sie sich nebenbei um weitere Produktentwicklung und Marketing kümmern können, übernimmt Amazon das operative Geschäft und die Logistik.

 

Druck auf Drogeriemärkte steigt

Ganz uneigennützig geht der Online-Riese dabei natürlich nicht vor. Immerhin kostet die Produktlistung im neuen Amazon-Shop rund 34 Euro/Monat. Hinzu kommt eine 15%ige Abgabe der Verkäufe an Amazon.
Die Produkte im Indie Beauty Shop sind exklusiv und sollen den Kunden so an Amazon binden. Dadurch, dass Amazon vorhat nur Produkte aufzunehmen, die sonst nirgends erhältlich sind, erhöht sich auch der Druck auf Drogeriemärkte. Vorerst startet Amazon mit seinem neuen Shop auf dem Marktplatz ab Juni eine Testphase in den USA. Sollte sich das Konzept durchsetzen, ist es durchaus möglich, dass der “Indie Beauty Shop” auch bald in Deutschland verfügbar sein wird.

 

Plattform 2025 – wo gehen die Entwicklungen hin?

Dieses Beispiel zeigt, wie effektiv man sich als Unternehmen im digitalen Plattformgeschäft bewegen kann. Der neue Amazon-Shop und die Logistikerweiterungen sind gewiss auch nicht die einzigen Projekte, die der Online-Goliath in der Pipeline hat, um die Umsatzzahlen für die nächsten Jahre in die Höhe zu treiben. Über die weiteren Entwicklungspläne- und Strategien von Amazon hierzulande weiß einer besonders gut Bescheid: Dr. Markus Schöberl ist Director Seller Services bei Amazon Deutschland und sprach in seinem Vortrag auf der K5 2017 davon, was Amazon Marketplace so erfolgreich macht. Auch in diesem Jahr ist er wieder zu Gast und wird am 3. Juli in Berlin über die future Roadmap berichten. Denn die Frage ist ja: Wohin entwickelt sich der Amazon Marktplatz? Und was bedeuten diese Entwicklungen für Händler und Hersteller, die dort verkaufen wollen?

Der geplante Beauty Shop zeigt ja: Amazon hat verstanden, dass sich Online-Giganten nicht gehenüber den kleinen Playern behaupten müssen, sondern viel eher gemeinsam mit ihnen. Wie sieht es mit anderen Plattformen in Zukunft aus? Müssen sich die kleinen “Davids” von den “Goliaths” abhängig machen? Oder müssen die großen gar um die kleinen Player kämpfen, um selbst nicht unterzugehen?
Und wie steht es investorenseitig um Plattformen und Marktplätze? Auf der K5 FUTURE RETAIL CONFERENCE lassen uns zwei weitere Experten aus dem Plattform-Themenblock an ihren Einschätzungen und Prognosen teilhaben: Marcel Brindöpke, Founder und CEO von heypaula, einem Sortimentsprovider für Plattformen und Project A Ventures-Gründer Dr. Florian Heinemann geben in ihren Keynotes ihr Know-How zum besten.

 

Warum Amazon das kundenfreundlichste Unternehmen ist, erfährst Du hier:

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