Wie Picnic und Coop@home den deutschen Markt aufmischen

Wie Picnic und Coop@home den Food-Markt aufmischen

Im Lebensmitteleinzelhandel tut sich momentan einiges. Zwei Player fallen hier besonders auf. Beide haben (spannende) Wege gefunden, um sich von der Konkurrenz abzusetzen. Einmal ein schweizer und ein niederländisches Modell.
Einiges dazu hat man auf exciting commerce verfolgen können: Die schweizer Tochter von Coop hängt seinen größten Konkurrenten so langsam aber sicher ab. Dafür gibt es einen besonderen Grund. Anders als bei vielen anderen Lieferdiensten für Lebensmittel hat Coop@home seinen eigenen Zustelldienst, was entscheidende Vorteile mit sich bringt. Und auch der niederländische Online-Supermarkt Picnic hat seinen ganz eigenen Weg gefunden, um sich von der Masse abzuheben.

 

Frische-Express im E-Commerce

Coop@home hat angefangen sein Sortiment auszubauen. Mit Frischware. Aber Frischware, die nach Hause geliefert werden soll? Daran wagen sich nicht mal größere Unternehmen. Ein Vorteil, denn so konnte sich der schweizer Lieferdienst ein Alleinstellungsmerkmal im Markt sichern. In den letzten Jahren wurde also das Angebot um frisches Fleisch, portionierten Käse bis hin zu frischem Fisch und Meeresfrüchte erweitert! Das funktioniert zum einen weil Coop@home diese Waren aus zwei perfekt ausgestatteten Supermärkten bezieht. Zum anderen weil sich der kleine Schweizer auf 169 eigene Lieferwagen zurückgreifen kann. Mit der Eigenflotte können so nämlich 85% der eingehenden Bestellungen ausgeliefert werden.


©Youtube/coopathomeschweiz/coop@home – Meine neue Liebe (TV Spot)

 

Hauseigener Zustellungsdienst? – Check

Philippe Huwyler ist Leiter der Coop-Tochter und verantwortlich für die Besonderheit des Lebensmitteldienstes: die eigene Lieferflotte. Die Lieferwagen sind “maßgeschneidert”: Mit verschiedenen Temperaturkammern in jedem Wagen kann Frischware differenziert behandelt werden, ohne dass die Kühlkette unterbrochen werden muss. Das wiederum bedeutet, dass die Fahrzeuge bis ins Maximum ausgelastet werden können. Und das senkt Kosten. Ein weiterer Pluspunkt, den die eigene Lieferflotte mit sich bringt: Lieferfristen und die Lieferzeitfenster, die den Kunden zur Verfügung stehen, können so völlig selbst bestimmt werden. Auf eine Leistung Dritter ist man hier nicht angewiesen. Und das kommt nicht nur den Kunden zugute. Doch wie viel Risiko birgt die Frischwarenstrategie? Und wie lässt sich dieses Risiko abfedern?

 

Technik bei Picnic

Coop@home ist nicht der einzige Player im Lebensmittelbereich, der sich vom traditionellen Supermarktkonzept abhebt. Viel eher verhält es sich sogar so, dass man das niederländische Picnic als reine Tech-Company beschreiben könnte. Ein Mann ist dafür besonders verantwortlich: Daniel Gebler, seines Zeichens CTO bei Picnic, dem Supermarkt, den es ausschließlich online gibt. Nach seiner 10-jährigen Tätigkeit als Software Architect bei Fredhopper, war Gebler bei der Entwicklung von Picnic 2015 von Anfang an dabei. Da Picnic vollständig auf Filialen verzichtet und den mobile first-Ansatz fährt, steht das Unternehmen für Revolution im Lebensmitteleinzelhandel. Bei Picnic gibt es, im Gegensatz zu Coop@home, ausschließlich fixe Lieferzeiten und -routen. Diese können aber vom Kunden frei gewählt werden. Und dieser steht bei diesem Geschäftsmodell besonders im Fokus.

 

Der Kunde im Fokus

Um langanhaltenden Kundenerfolg herzustellen, ist Gebler aktuell dabei den Übergang von mobile first zu AI first zu bewerkstelligen. Laut ihm soll der gesamte Prozess der Datenanalyse mit einer selbstlernenden AI-Engine erweitert werden, um so noch mehr von den generierten Daten zu profitieren. Picnic nutzt die Datenanalyse, um den Service kontinuierlich zu optimieren und noch näher am Kunden auszurichten. Gesammelt werden Daten über die App, die Warenhäuser und die Zustellungsfahrzeuge. Über die Daten der Warenhäuser kann beispielsweise ermittelt werden, wo mehr Abholer für die Bestellungen benötigt werden. Über die gesammelten GPS-Daten der Lieferwagen, kann dem Kunden Einsicht darüber geben, wo sich der Fahrer mit seiner Bestellung gerade befindet.

 

Daniel Gebler: “We will be ready”

Für alles, was noch kommt. Denn Picnic hat durchblicken lassen, dass neben Kundenzufriedenheit und -Erfolg auch Innovation im Unternehmen fortlaufend ein Thema sein wird. Eines davon sind voice based Interfaces. Picnic versucht sich also auch an Amazon Alexa und anderen sprachgesteuerte Assistenten. Wie das bei den Kunden ankommen wird, ist noch nicht ganz klar. Für Daniel Gebler steht allerdings fest: Sollte mobile irgendwann von voice basierten Modellen abgelöst werden, ist Picnic in jedem Fall bereit das erfolgreich für sich zu nutzen.

Spannende Aussichten, die sich da gerade in der Food-Branche abspielen. Wir wollen natürlich wissen, wie die konkreten Pläne von sowohl Picnic, als auch von Coop@home aussehen. Und wie sich beide der Realisierung und Umsetzung stellen. Was sind die größten potenziellen Möglichkeiten, was die größten Risiken, die dabei auftreten könnten? Wird Picnic den Übergang von mobile zu voice erfolgreich initiieren und etablieren?

Die Antworten können wohl nur zwei Personen geben: Am 4. Juli 2018 sind Picnic CTO Daniel Gebler und Philippe Huwyler, Leiter von Coop@home, auf der Nicolas von Sobbe.
Und ein weiterer Big Player stellt sich auf den Online-Vertrieb ein. Am 4. Juli wird Marko Narberhaus, Key Account Head E-Commerce von Ferrero, welche Strategien das Süßigkeitenimperium dafür verfolgt. Und was sonst noch so geplant ist. Vielleicht lässt er es ja auf der Bühne auch Schokobons regnen…wer weiß!

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