5 Trends, die den E-Commerce 2022 beschäftigen werden

Lange hatte die E-Commerce Szene mit dem Vorurteil zu kämpfen, eine Überlebensdauer einer Eintagsfliege zu haben. Vor allem die letzten zwei Pandemiejahre belehrten sogar den härtesten Skeptiker eines besseren. Mittlerweile ist der Onlinehandel schon selbst kein eigener Trend mehr, sondern Teil des Handels der Zukunft, der sich stetig weiter entwickelt. Um im E-Commerce auch 2022 up-to-date zu bleiben, lohnt sich eine kleine Trendvorhersage. Mit welchen TOP 5 Trends haben wir zu rechnen?

 

 

Trend 1: Food Delivery im Quick Commerce

Keine andere Branche war in den vergangenen zwei Jahren so im Trend wie die Food Delivery Branche. Das wird auch 2022 nicht anders sein. Während in der Vergangenheit vor allem der orangene Monopolist lieferando den deutschen Markt mit Restaurantlieferungen dominiert hat, wird dieses Jahr der Quick Commerce an der Spitze der Food Trends stehen. Lebensmittel aus dem alltäglichen Bedarf bis hin zum Bio-Bauernbrot aus dem Hofladen werden innerhalb kürzester Zeit zu den Kund*innen nach Hause geliefert. Das Konzept von Same Day Delivery wurde bereits überholt. Schon  im vergangen Jahr gaben Gorillas, Wolt und Flink den Startschuss für das Rennen um den Platz 1. Zum Jahresende hin drängte der amerikanische Player Doordash auf den europäischen Markt. Die Besonderheit ist, dass der Delivery Dienst sowohl Anteile bei Flink hat, als auch letztens dessen Konkurrenz Wolt übernommen hat. Der Zuwachs an Quick Commerce Diensten ist allein von 2020 zu 2021 exponentiell gewachsen und hat sich an Anbietern vervierfacht. Umso mehr Anbieter auf den Markt drängen, desto größer wird die Konkurrenz. Die Frage ist also: Wer macht das Rennen und durch was hebt sich dieser von den anderen ab?

 

 

Trend 2: Mobile Commerce

Auch wenn Shopping auf dem mobilen Endgerät eigentlich kein Trend mehr ist, haben viele Unternehmen im Mobile Commerce immer noch Nachholbedarf. Das liegt unter anderem daran, dass die deutschen Nutzer*innen im Vergleich zum Rest der Welt erst spät auf das Smartphone als Shop Medium umgesattelt sind. Mittlerweile ist der mobile Handel jedoch auf 53% angewachsen und somit für Händler und Hersteller unumgänglich. Der Anteil wird weiter wachsen und die Zukunft des Kaufens wird auf dem Smartphone stattfinden. Das heißt, um die Kund*innen für sich zu gewinnen, muss eine mobile Lösung her.

Der Trend wird vor allem in der Umsetzung einer Mobile Strategie der Retailer und Brands sein, inwiefern sie sich voneinander unterscheiden und welchen Mehrwert sie dadurch für die Kundschaft schaffen. Denn eine App mit einer bloßen Sortimentsauflistung à la amazon oder gar eine 1-zu-1 Umsetzung von Desktop zu Mobile, ist nach Experte Ruppert Bodmeier nicht die Lösung für den Erfolg. 

 

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Trend 3: Nachhaltigkeit

Auch beim dritten Trend geht es weniger um den Innovationsfaktor, sondern vielmehr um den Nachholbedarf vieler Unternehmen. Während die meisten Startups schon im nachhaltigen Handel gegründet haben, tun sich alte Unternehmen mit der Umrüstung von herkömmlichen Konzepten hin zu nachhaltigen Firmenstrategien eher schwer. Wo man jedoch einen Trend 2022 in Sachen Nachhaltigkeit sehen wird, ist in der Logistik. Die Problematik von Verpackungen, Last Mile und Retoure beschäftigt die Branche schon einige Jahre. Der Trend von nachhaltigen Lösungsanbietern wie liefergrün kündigte sich 2021 schon an und wird dieses Jahr mehr hervorstechen. Auch feilt so manches Startup wie hey circle an wiederverwendbaren Paketen im Versandhandel, was zu einem ultimativen Gamechanger werden könnte.

 

 

Trend 4: KI für Personalisierung im E-Commerce

Eine Schwierigkeit mit welche der E-Commerce im Gegensatz zum stationären Handel noch zu kämpfen hat, ist das unpersönliche Kauferlebnis. Doch auch hier gab es die letzten Jahre Vorreiter der digitalen Maßschneiderung. Neben den altbekannten Cookies, die helfen das Angebot auf die Kund*innen zuzuschneiden, spielen Fragebögen und Tests zur Datensammlung eine wichtige Rolle. Sie helfen zum Beispiel in der Beauty- oder Fashion-Branche bei der optimalen Produktberatung. Augmented Reality spielt bisher vor allem in der Möbelindustrie eine wichtige Rolle. Mit AR lässt sich somit das potentielle Lieblingssofa in das bereits bestehende Wohnzimmer virtuell integrieren. 2022 kann man sich darauf gefasst machen, dass künstliche Intelligenz branchenübergreifend zum Einsatz kommen wird und die Personalisierung in den Onlinehandel weiter einbaut. Das einst individuelle physische Kundenerlebnis zwischen Verkäufer und Käufer wird nun in das digitale Zeitalter transformiert.

 

 

Trend 5: Virtuelle Community

Wie manche Shops mit KI zu mehr Personalisierung und einer langfristigen Kundenbindung kommen wollen, werden andere 2022 auf den Ausbau einer virtuellen Community setzen. Mit gutem Beispiel gehen das Schweizer Unternehmen QoQa und das frisch gegründete Berliner Startup FLOWERS FOR SOCIETY voran. Hier werden die Kund*innen nicht nur als Käufer*innen wahrgenommen, sondern sind fester Bestandteil der Unternehmensstrategie. Nichts wird verkauft, im Falle von FLOWERS FOR SOCIETY sogar hergestellt, ohne die Meinung der Community. Auf der anderen Seite ist es aber nur als Mitglied überhaupt möglich was zu kaufen. Das Etablieren von virtuellen Communities innerhalb eines Shops sorgt für die ultimative Markentreue und wird uns zukünftig als Unternehmensstrategie noch häufiger beschäftigen.

 

Wir können gespannt sein, was 2022 für uns bereithält. Welche Trends werden sich durchsetzen? Eines steht fest: Während wir die letzten Jahrzehnte vor allem mit Quantität und Konsum beschäftigt waren, werden wir im Future Retail bedachter und individueller sein. Man könnte fast sagen “back to the roots”  – zurück zu den Wurzeln – bloß im neuen digitalen Gewand. Der Handel der Zukunft setzt eindeutig auf Nachhaltigkeit, egal in welcher Branche. Man geht weg von möglichst viel verkaufen und verschleißen, hin zu innovativen Lösungen und ressourcenschonenden Produkten. Selbst die Personalisierung trägt zu mehr Nachhaltigkeit bei. Umso persönlicher das Kauferlebnis wird, desto weniger Retouren, Abfall und Überproduktion gibt es. 

 

 

2022 – Das Jahr der Personalisierung 

Personalisierung im digitalen Raum ist DAS Thema der 20er Jahre unserer Zeit. Nicht nur, um Kund*innen die beste User Experience zu bieten, sondern sich auch von anderen Marken und Herstellern zu unterscheiden. Man selbst will nicht als irgendein Verkäufer auftreten, sondern als der eine, dessen Erkennungsmerkmal für die Kundschaft sofort sichtbar ist. “Wenn ich orange sehe, muss ich Hunger bekommen” – sagte vergangenes Jahr Katharina Hauke, MD von lieferando. Genau in diesem Sinne wird um den Platz 1 in der Food Delivery Branche 2022 weiter gebuhlt. Wie werden sich die Quick Commerce Anbieter unterscheiden und welcher wird sich durchsetzen?

 

Dieser Markenerkennungswert – die Personalisierung einer Marke – wird auch im Mobile Commerce zu sehen sein. Marken und Hersteller wissen, dass die Zukunft des Handels auf den Smartphones stattfindet. Jetzt geht es um die beste Strategie, die Kund*innen zum Download der App zu bringen oder über den Mobile Webshop zu gehen. 

 

Wir können also gespannt sein, wie die neuesten Technologien uns zurück zu unseren Wurzeln des persönlichen und nachhaltigen Geschäfts führen werden und wie der Handel von morgen gestaltet wird. Einen Einblick in die ersten Entwicklungen von 2022 liefert unser 10 Jubiläum der K5 FUTURE RETAIL CONFERENCE passenderweise zur Jahreshälfte. Top Speaker und Aussteller zeigen, erklären und analysieren die wichtigsten Trends und Entfaltungen der digitalen Handelswelt. 

 

 

Von Lena-Maria Stahl

 

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