Ann-Sophie Claus & Sinja Stadelmaier mit The Female Company: Vom Tabu zum Trend

Zum Jahresanfang stellen wir Euch in der Blogserie Erfolgreiche Gründerinnen im E-Commerce passend zu 2022 gleich zwei inspirierende Damen vor : Das Gründerinnen Duo von The Female Company.

 

Als Ann-Sophie Claus und Sinja Stadelmaier 2018 The Female Company gründeten, war ihnen klar, dass sie mit ihrer Geschäftsidee nicht nur anecken werden, sondern auch ein Exempel statuieren können. Mit The Female Company verkaufen die Gründerinnen nicht einfach nur Wellbeing Produkte für Frauen. Vielmehr ist das Unternehmen Botschafterin für die weibliche Gesundheit. Zusätzlich werden im Onlineshop passende, besser gesagt: notwendige Artikel angeboten. 

 

Angefangen hat alles mit nachhaltigen Bio-Hygieneartikel für Menstruierende. Klingt für manche zunächst nicht unbedingt innovativ. War es vor vier Jahren allerdings noch. Denn Hygieneartikel mit schadstofffreien Materialien gab es noch nicht. Überhaupt wurde alles rund um das Thema ‘Menstruation’ tabuisiert. Man nahm es zwar allgemein hin, dass in der Regel die meisten Frauen alle paar Wochen ihre Periode bekommen, da musste jedoch das bereits vorhandene Angebot an Hygienemaßnahmen ausreichen. Oder? Definitiv nein, waren Gründerin Ann-Sophie Claus und Sinja Stadelmaier der Meinung – zurecht. 

 

 

The Female Company – too hot?

 

Die Gründerinnen machten als eine der ersten überhaupt auf die Inhaltsstoffe der herkömmlichen Hygieneartikel aufmerksam. Und versetzten dabei die eine oder andere in Schrecken, wenn man feststellte, wie viele giftige Stoffe man bedenkenlos bereit ist, an den intimsten Bereich seines Körpers zu lassen. Darüber hinaus schafften die Founderinnen von The Female Company vor allem über die sozialen Medien Awareness zum Thema ‘Frauengesundheit’, bei dem es immer noch jede Menge Nachholbedarf gibt.

Regelmäßig ecken sie über die Plattformen mit brisant inszenierten Posts an und verschaffen sich somit eine breite Aufmerksamkeit. Oft haben sie dadurch auch mit der Zensur der sozialen Netzwerke zu kämpfen. Wie zum Beispiel 2021, als Instagram den Account von The Female Company sperrte, da ein Foto zu stark an den weiblichen Körper erinnerte. 

 

Screenshot von LinkedIn Post von The Female Company, als der Unternehmensaccount auf Instagram gesperrt worden ist.

The Female Company via LinkedIn bezüglich der Kontosperrung auf Instagram vergangenen Jahres.

 

 

Mit Pads for Girls gegen Periodenarmut

 

Ann-Sophie Claus und Sinja Stadelmaier sehen sich jedoch mit ihrem Social Startup nicht nur als Tabubrecherinnen und Aufklärerinnen der weiblichen Gesundheit, sondern möchten auch weltweit für mehr Schutz von Menstruierenden sorgen. So bekämpfen sie mit The Female Company unter “Pads for Girls” die Periodenarmut – ein weiteres Thema, worauf die Founderinnen aufmerksam gemacht hat. 

 

Denn so wie das ganze Thema ‘Menstruation’ in der Vergangenheit tabuisiert wurde, wurde genauso das Fehlen von kostenlosen Hygieneartikel für Frauen weltweit ignoriert. Vielen fehlt schlichtweg das Geld für Binden, Tampons und Co. Die Folge ist, dass Frauen in der Zeit der Periode aus Scham nicht das Haus verlassen oder zu Materialien greifen, welche die Gesundheit gefährden könnten. Allein in Indien, wo die Gründungsgeschichte von Ann-Sophie Claus und ihrer Co-Founderin Sinja Stadelmaier 2016 auf einer Reise begann, haben nur 12% der Frauen Zugriff auf weibliche Hygieneartikel. 

 

Mit “Pads for Girls” geht ein Teil des Erlöses an die Produktion von wiederverwendbaren Baumwollbinden für Frauen in Indien. Aus gereinigten Stoffresten nähen Frauen aus Mumbai, die Prostitution und Menschenhandel entkommen sind, waschbare Binden. Mit dieser Initiative bekämpfen Ann-Sophie Claus und Sinja Stadelmaier folglich nicht nur Periodenarmut, sondern sorgen auch für stabile Arbeitsverhältnisse für benachteiligte Frauen in Indien.

 

 

Mit The Tampon Book in den Bundestag

 

Periodenarmut ist auch in Deutschland ein Thema. Bis 2020 griff noch die Luxussteuer von 19% auf Menstruationsprodukte. Was den Zugang für viele finanziell schwächere Frauen erschwerte. Die 19% wurden vor zwei Jahren dann endlich auf die gesetzliche Mehrwertsteuer von 7% heruntergesetzt, nicht zuletzt durch Druck von The Female Company. Durch das The Tampon Book, was Steuerdiskriminierung von Menstruationsartikeln thematisiert, wurden die zwei Gründerinnen zunächst in den Bundestag und anschließend als politische Sprecherinnen zur Frauenrechtskommission der UN eingeladen. 

Cover des Buchs "The Tampon Book" von The Female Company Gründerinnen Ann-Sophie Claus und Sinja Stadelmaier

© The Female Company

 

 

Mittlerweile haben die Gründerinnen mit ihrem durchweg weiblichen Team das Sortiment von The Female Company erweitert. Neben den Menstruationsprodukten gibt es unter anderem auch Artikel für junge Mütter, sexuelle Gesundheit, wie auch für das Vergnügen.

Das Thema ‘Female Health’ wird bei dem Gründerinnen-Duo ganzheitlich betrachtet und bricht dabei nicht nur mit viel zu veralteten Tabus. Ann-Sophie Claus und Sinja Stadelmaier verhelfen Frauen jeden Alters mehr zu sich selbst und ihren Wohlbefinden. “Wir sind das Unternehmen, dass Gespräche über Female Health ins 21. Jahrhundert bringt”- lautet der Slogan von The Female Company. Und wir als K5 unterstützen Euch gerne dabei!

 

 

 

Von Lena-Maria Stahl

 

 

 

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