Cannabis – wie viel Potenzial hat eine Legalisierung für den Markt?

 

Schon viele Jahre wird im Bundestag die Legalisierung von Cannabis als Genussmittel debattiert. Mit der neuen Regierung soll nun der Traum von vielen wahr werden. Im Koalitionsvertrag ist von einer “kontrollierbaren Abgabe an Erwachsene” die Rede. Die Entkriminalisierung von Cannabis ist nicht nur für die Konsument*innen eine Erleichterung, sondern auch eine riesen Möglichkeit für Händler und Hersteller.

 

 

Die grüne AG

Eines der ersten Unternehmen auf dem deutschen Markt, was sich auf die Herstellung und den Vertrieb von medizinischen Cannabis spezialisiert hat, ist Cannovum. Das 2019 gegründete Unternehmen ist zudem das erste seiner Art, welches an der deutschen Börse gelistet ist. Das Berliner Startup hat nun bekannt gegeben, auch in den Markt für freiverkäufliches Cannabis einzusteigen. Damit will die AG nicht nur zu einem sicheren und sauberen Handel beitragen, sondern natürlich ihren Markt- und Aktienwert steigern. 

 

 

Cannabis – das grüne Gold?

Deutschland gilt jetzt schon, allein wegen seiner hohen Patientenzahl,  als Schlüsselmarkt für den medizinischen Cannabiskonsum in Europa. Die Nachfrage nahm in den vergangenen Jahren stetig zu. Nach dem Marktforschungsinstitut Insight Health stieg der Umsatz vergangenes Jahr um 30% auf um die 175 Millionen Euro. Experten und Unternehmen, wie Cannovum gehen davon aus, dass die Bundesrepublik auch für den Freizeitkonsum eine führende Rolle einnehmen wird. 

 

Laut einer Studie für den Deutschen Hanfverband würde die Legalisierung 2,39 Milliarden € an Steuern einnehmen und einsparen, wie RND vor Kurzem schrieb. Zudem würden nach einer Berechnung davon mehr als 1 Mrd. € bei Polizeikosten eingespart werden können.

 

Wenn man einen Blick in die USA wirft, in denen in manchen Bundesstaaten der Freizeitkonsum bereits erlaubt ist, dürften die Zahlen interessierte Händler und potenzielle Hersteller ebenfalls erfreuen: Nach BDS Analytics nahm 2020 der Umsatz des Cannabisgeschäfts um fast 50% zu, was ca. 17,5 Milliarden USD beträgt. Bis Ende November diesen Jahres beträgt der Umsatz bereits 25 Mrd. Dollar. Zum Jahresende dürfte er noch einmal ansteigen. 

 

 

Mit CBD zur (inneren) Schönheit

Der Hype um den Hanf ist aber nicht erst jetzt durch die neuen Regierungspläne in der Mitte der Gesellschaft angekommen. In den letzten Jahren ist ein regelrechter Boom von CBD Produkten ausgebrochen. Laut dem B2B-Onlinemagazin Krautinvest betrug 2020 die CBD Marktgröße 450 Millionen € . Vor allem in der Kosmetik und Wellnessbranche findet es viel Verwendung.

 

Eines der Unternehmen, was sich auf CBD-haltige Kosmetik spezialisiert hat, ist This Place. Die Besonderheit an diesen Produkten ist deren Funktionalität. Die Beauty Produkte sollen nicht nur zur äußeren Schönheit beitragen, sondern auch das (innere) Wohlbefinden steigern. Hinter der Marke steckt die Founderin und Wissenschaftlerin Laura Simonow. Ihr Ziel ist, alte Inhaltsstoffe aus der Natur wieder aufleben zu lassen und den Kund*innen deren Mehrwert näher zu bringen. Zu diesen Stoffen gehörte früher auch der Wirkstoff der Hanfpflanze. Dieser fand häufig Anwendung in der Kosmetik, bis die Wirkstoffe genau wie das Kiffen negativ stigmatisiert wurden. 

 

Nach langwieriger Forschung ist Laura Simonow jedoch davon überzeugt, dass CBD in gewissen Mengen zur inneren und äußeren Gesundheit und Schönheit beiträgt und als Lösung für solche Probleme dienen kann. Der Gründerin ist es wichtig, dass es bei der Verwendung des Wirkstoffes nicht nur um eine reine Marketingstrategie gehen soll, sondern die Entwickler und Hersteller Ahnung vom Produkt haben müssen. Es kommt auf die richtige Dosierung und Medikamentation an. Die Produkte von This Place sind daher zwischen herkömmlichen Beautyprodukten und der Apothekenkosmetik einzuordnen. Neben dem eigenen Onlineshop sind sie nur in ausgewählten Läden erhältlich. 

 

 

Der Shooting-Star auf dem Cannabis-Markt: Sanity Group

 

Das Potenzial von This Place ist der Sanity Group in Berlin ebenfalls nicht entgangen, welches die Beauty Brand schnell mit ins Boot zog. Die Sanity Group ist derzeit Europas Shooting Star des Cannabis-Handels, wie die ARD das Unternehmen bezeichnet. Seit der Gründung 2018 hat die Gruppe insgesamt um die 65 Millionen Euro von nationalen und internationalen Investor*innen erhalten. Neben den Vertrieb von medizinischen Hanf setzt das Berliner Startup auch auf CBD-Produkte, die im alltäglichen Handel jedem zugänglich sind. So gehört zur Sanity Group auch das E-Commerce Unternehmen Vaay, was sich auf die CBD-Tropfen und Sprays konzentriert.

Der Umsatz von CBD-Produkten beträgt laut dem Ersten allein in Deutschland um die 1,8 Milliarden Euro dieses Jahr. Tendenz steigend. Die Nachfrage nach cannabinoiden Produkten nimmt stetig zu. Man kann also davon ausgehen – sollte sich eine Legalisierung von Cannabis durchsetzen – dass der Stoff für viele Händler und Hersteller ein enormes Potenzial bietet. Es bleibt nun abzuwarten, welche Regularien und Richtlinien für Herstellung und Handel gelten werden.

 

Das ganze Video mit This Place Gründerin Laura Simonow gibt es in einer ChefTreff Live Aufnahme in der K5 KLUB Mediathek und bald überall, wo es Podcasts gibt.

 

 

 

Von Lena-Maria Stahl

 

 

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