CSR – die Unternehmenskultur der Zukunft?

Corporate Social Responsibility, kurz CSR, ist heute wesentlicher Bestandteil jedes Unternehmens, das mit der Zeit gehen will. Doch was genau bedeutet CSR? Corporate Social Responsibility ist die soziale, ökologische und ökonomische Verantwortung von Unternehmen innerhalb der Gesellschaft. “Konkret geht es beispielsweise um faire Geschäftspraktiken, mitarbeiterorientierte Personalpolitik, den sparsamen Einsatz von natürlichen Ressourcen, den Schutz von Klima und Umwelt sowie ernst gemeintes Engagement vor Ort und Verantwortung auch in der Lieferkette”, so formuliert es das CSR Deutschland, einer Initiative des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.

 

Große Unternehmen von öffentlichem Interesse sind schon länger verpflichtet, der Europäischen Kommission über die CSR Tätigkeiten Bericht zu erstatten. Seit 2019 werden auch mittlere und kleinere Betriebe ab 250 Angestellten zur Verantwortung gezogen. 

Doch auch immer mehr Startups und Jungunternehmen setzen von Anfang an auf ein soziales und nachhaltiges Geschäftsmodell.

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CSR – für Sonra mehr als nur ein Muss

 

Eines dieser Unternehmen, bei dem von Beginn an CSR in der DNA ist, ist die von Hikmet Sugoer gegründete Schuhmarke Sonra. Hikmet Sugoer, der in der Presse schon des öfteren als der deutsche Sneaker-König oder Sneaker-Papst bezeichnet wurde, gründete die Schuhmarke 2016, nachdem er 2013 Solebox (ein globaler Sneaker-Store) an den Streetwear-Händler Snipes verkaufte. 

 

Hikmet Sugoer folgt treu seinem Motto “think global, act local”. Das heißt bei ihm, wie auch bei seiner Brand Sonra, dass der Verkauf immer schon global ist, doch die Produktion lokal sein muss. 

 

Sowohl als Vater als auch als Unternehmer dieser Zeit sieht er sich in der Verantwortung, hochwertige und nachhaltige Produkte zu produzieren und zu verkaufen. Die Materialien stammen aus Europa, fabriziert werden die Schuhe in Deutschland.

 

Darüber hinaus will Hikmet Sugoer seine Kund*innen dazu animieren, besser – nicht günstiger – zu kaufen. Ebenfalls hält er nichts von der Verkaufsstrategie “Sale”, wie er auf der K5 FUTURE RETAIL CONFERENCE 2022 offen zugegeben hat. Man würde dadurch Kund*innen dazu erziehen, auf den Sale zu warten, um Produkte günstiger zu bekommen. Der Unternehmer versteht zwar den Sinn hinter Sale-Strategien, allein der Lagerleerung wegen. Doch ist er der Auffassung, dass man stattdessen weniger produzieren sollte. Das wäre zum einen ressourcenschonender, zum anderen ist der Lagerdruck nicht so hoch. 

 

Die erfolgreiche One Man Show

 

Vielleicht betreibt Hikmet Sugoer genau aus CSR Gründen immer noch eine “One Man Show”: Vom Design bis zum Verschicken der Ware wickelt der Unternehmer alles selbst ab. Jeden Monat wird ein neuer Sneaker mit einer limitierten Stückzahl von 200 Paaren auf den Markt gebracht. Und nach 6 Jahren auf dem Markt ist Sonra nahezu immer ausverkauft.  

 

Hikmet Sugoer`s Konzept geht auf. Nicht zuletzt durch seine eigene Reputation als globaler Sneaker-Liebhaber, der unter anderem auch die erste internationale Sneaker Convention soleart ins Leben rief. Der Unternehmer, der sich auch großer Beliebtheit bei globalen Promis erfreut, ist in den Sneaker-Communities nach wie vor aktiv. “Es ist unheimlich wichtig, dass man brennt für das, was man tut. Die emotionale Bindung zum Produkt, aber auch die zu den Kund*innen”, sagt Hikmet Sugoer. Den engsten Kundenkreis von Sonra kennt er daher beim Namen und trifft diese regelmäßig. Darüber hinaus hält der Unternehmer ebenfalls nichts davon, bei ehemaligen Wegbegleiter*innen und Mitarbeiter*innen “verbrannte Erde” zu hinterlassen, wie er auf der vergangenen K5 FUTURE RETAIL CONFERENCE 2022 erzählte. Denn er ist der Auffassung, dass man sich mehr als zweimal im Leben sieht und Kontakte wichtig für den beruflichen Erfolg sind, wie er aus eigener Erfahrung weiß.

 

Auch jede seiner Kooperationen, die er eingeht, hat bei ihm “Sinn und Verstand, und nicht nur monetäre Gründe”, wie er betont. So hat Hikmet Sugoer unter anderem mit Social Sneaker einen Schuh entworfen, den es nicht zu kaufen gab, sondern der Erwerb voraussetzte, soziale Arbeit geleistet zu haben und diese auf Social Media vorweisen zu können. “Ich habe daran nichts verdient, aber es war mir wichtig, den Kanal Social Media mal für etwas zu nutzen, was aus meiner Sicht zumindest Sinn macht.” Zudem möchte der Unternehmer mit so einer Botschaft darauf aufmerksam machen, dass “viele Menschen bedürftiger sind, als man es sich selbst je vorstellen kann.” 

 

Die Notwendigkeit von CSR

 

Corporate Social Responsibility ist bei Sonra also nicht nur eine zeitgemäße Verpflichtung, sondern der Grundstein des Unternehmens. Die Marge sei zwar schlecht und jeder Geschäftsmann hätte ihn von so einem Geschäftsmodell abgeraten, wie auf der About-Seite von Sonra zu lesen ist, doch Hikmet Sugoer zeigt, dass ein CSR fundiertes Unternehmen machbar ist, wenn man für die Grundsätze brennt. 

 

So ökonomisch anstrengend es auch sein mag, ist es für das Fortbestehen der Erde notwendig, CSR in die Firmenidentität aufzunehmen. Denn: ohne Erde – kein Handel. 

Wenn Du mehr über Corporate Social Responsibility erfahren willst, schau’ auf der CSR Deutschland, einer Initiative des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, vorbei.

Du konntest auf der vergangenen K5 FUTURE RETAIL CONFERENCE 2022 nicht dabei sein oder möchtest noch einmal Hikmet Sugoer’s Beitrag auf der K5 X sehen? Dann melde Dich jetzt im K5 KLUB an und schau‘ Dir die Aufzeichnung des Auftritts an!

CSR Corporate Social Responsibility Sonra K5 X Vortrag

Von Lena-Maria Stahl

 

 

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