Dein K5 Guide zum Thema Stressmanagement Teil 1

Wir leben in einer hektischen, sich stets ändernden, schnellen Welt. Das gilt für das Privat-, aber auch für das Berufsleben. Möchte man als Unternehmer*in, CEO oder Führungskraft mithalten, muss man schnell reagieren und handeln können. Da ist man zwangsläufig Stresssituationen ausgesetzt. Doch mit Stress richtig umzugehen, ist immer noch eines der größten Herausforderungen. Die K5 hat exklusiv mit den Expertinnen für Stressmanagement Franziska Kraft und Annabel Gebler gesprochen. 

 

Burnout: Mehr als nur eine Modeerscheinung

 

Burnout ist eine der häufigsten Erkrankungen des 21. Jahrhunderts. Mittlerweile spricht man gerne von der “Volkskrankheit”. Oft wird dieses Ausgebranntsein mit zu viel Stress am Arbeitsplatz in Verbindung gebracht. Aber auch der eigene Erwartungsdruck spielt nach Franziska Kraft eine wesentliche Rolle: “Alles muss perfekt sein. Jede(r) will der/ die Beste sein. Es wird sich maximal perfektioniert. Gepaart damit, dass auch die Anerkennung für die Leistungen fehlen. Im Job, aber auch zu Hause.” 

 

Die sozialen Medien, die die perfekte (Schein-)Welt vorleben, hätten auch einen wesentlichen Teil daran. Nach Annabel Gebler sind die schwindenden Grenzen zwischen Privat- und Berufsleben ein weiterer Grund. “In vielen Fällen verschwimmen Privates und Berufliches immer mehr. Ständige Erreichbarkeit und die immer schneller werdenden Veränderungen im Berufsalltag sorgen für Druck und sind oftmals sogenannte Stressoren, also Faktoren, die Stress auslösen.”

 

Beide Expertinnen sind sich jedoch einig, dass Burnout keine moderne Krankheit ist, geschweige denn eine Modeerscheinung. Schon früher gab es die Erkrankung des “Ausgebranntseins.” 1970 wurde dann der passende Begriff “Burnout” begründet, wie Annabel Gebler erklärt. Die Dunkelziffer an Burnout-Erkrankungen war dementsprechend schon vor dem 20. Jahrhundert sehr hoch, so Franziska Kraft.  

 

Das sind die ersten Anzeichen laut den Expertinnen, an denen man Burnout erkennt:

  • dauerhafte Erschöpfung, Müdigkeit
  • Schlaflosigkeit
  • permanente Antriebslosigkeit und sozialer Rückzug
  • häufig körperliche Beschwerden, wie z.B. Kopfschmerzen, Magenprobleme, Schwindel

 

Was ist Stress überhaupt? Und was kann man dagegen tun?

 

Führungskräfte sind häufig Stress ausgesetzt. Sie müssen oft unerwartet schnell tiefgreifende Entscheidungen treffen. Sei es über die Unternehmens- oder Abteilungsstrategie, Finanzierung & Budgets oder über Mitarbeiter*innen. Oft verliert man sich selbst dabei und lässt die eigenen Grenzen außer Acht. Franziska Kraft ist der Auffassung, dass man in erster Linie ehrlich zu sich selbst sein sollte, ob man diese Verantwortung überhaupt will. Nicht jede*r muss Führungsverantwortung übernehmen wollen, genauso sind auch nicht alle für diese Rolle gemacht. Anschließend sollte man verstärkt darauf hören, was einem gut tut.

 

Das sind die Tipps für Stressabbau von Annabel Gebler und Franziska Kraft: 

  • Bewegung, sportliche Aktivitäten (mehrmals die Woche)
  • bewusste Achtsamkeitspausen während Stresssituationen, z.B. mit einer Tasse Tee oder ein kurzer Spaziergang (evtl. mehrmals täglich)
  • Meditation (30 Min. pro Tag)

 

Doch Stress ist nicht gleich Stress. Laut der Wissenschaft gibt es auch positiven Stress, den sogenannten Eustress, wie die Expertinnen erklären. “Positiver Stress entsteht, wenn wir etwas als Herausforderung sehen, die wir aber bewältigen können und die uns Spaß macht. Sobald es eine Diskrepanz zwischen Anforderungen und Bewältigungsmöglichkeiten gibt, entsteht in der Regel Disstress, also negativer Stress. Die Übergänge sind allerdings oft fließend. Selbst wenn wir immer nur positiven Stress haben, aber uns nicht genügend Ruhepausen gönnen, dann wird daraus mit der Zeit ein negativer Stress”, so Annabel Gebler.

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Das richtige Stressmanagement

 

Auf die Frage hin, ob sich Stress denn von Anfang vermeiden ließe, sind sich die Expertinnen ebenfalls einig: Ja, mit dem richtigen Management! Franziska Kraft empfiehlt ihren Kundinnen, das zu tun, was ihnen gut tut. “Wenn du dich zum Joggen quälen musst und auch währenddessen keinen Spaß hast und dich danach auch nicht besser fühlst, dann ist es nicht das Richtige”, sagt Franziska Kraft. So könnte es sogar eher negativen Stress auslösen. Ihr Motto lautet: “Tut es Dir gut? Dann machen, ansonsten lassen.” 

 

Annabel Gebler ist der Auffassung, dass ein gutes Selbstmanagement der Schlüssel zur Stressvermeidung ist: “Je nachdem, welche Faktoren Stress bei jemandem auslösen, kann an den individuellen Zeitmanagement-, Problemlösungs- und Konfliktlösungs-Kompetenzen gearbeitet werden.” Auch würden nach ihr die eigenen Werte, Glaubenssätze und inneren Antreiber eine große Rolle bei der Stressentstehung und -vermeidung spielen. Zum Beispiel kann der Glaubenssatz “Sei stark, halte durch” nachteilig sein, wenn man sich selbst schon überfordert und erschöpft fühlt. Oft ist da nach Hilfe fragen, die bessere Alternative. “Es kann helfen, sich diese tief sitzenden Gedankenmuster bewusst zu machen und aufzulösen, um in Zukunft auch einmal selbstbewusst zu sagen “Ich habe aktuell keine Kapazitäten mehr frei.”

 

Nach Franziska Kraft kann man von Stresssituationen aber auch etwas lernen: Seine Grenzen und Stresstrigger identifizieren. “In der Regel stressen uns unvorhergesehene Dinge. Zum Beispiel wird eine Mitarbeiter*in oder das eigene Kind krank. Oder ein*e Kund*in braucht dringend etwas. […] Wenn wir unsere Trigger und Grenzen kennen, fällt es leichter, damit auch umzugehen bzw. die Arbeitsstruktur danach auszurichten.” Franziska Krafts Tipp ist, nach stressigen Situationen immer zu hinterfragen, was geholfen hat und was das nächste Mal anders laufen muss. Im besten Fall kann diese Erfahrung in der nächsten Stresssituation angewendet werden. 

 

Im zweiten Teil des K5 Guides zum Thema Stressmanagement erfährst Du dann, was die größten Fehler sind, die man beim Stressabbau begeht, und wie man diese verhindert. Zudem erzählen die Expertinnen, ob und inwiefern weibliche und männliche Führungskräfte mit Stress anders umgehen. Darüber hinaus geben die Coaches Franziska Kraft und Annabel Gebler wertvolle Life Hacks, die Dir helfen, den Alltagsstress zu bewältigen.

Die Expertinnen:

Expertin Franziska Kraft Stressmanagement

Franziska Kraft:

Franziska Kraft ist ein Personal- und Businesscoach. Sie hilft gestressten und überlasteten Frauen dabei, wieder in ihre Balance zu kommen, ohne sich dabei verbiegen zu müssen. Dazu bietet sie individuelle 1:1 Coachings an. Ganz nach dem Motto: “Du bist der wichtigste Mensch in Deinem Leben. Also behandele Dich auch so.”

Hier erfährst Du mehr über Franziska Kraft: kraftcoaches.com

Annabel Gebler:

Annabel Gebler bietet ganzheitliche Stressmanagement-Coachings und -Trainings an, in denen sie Methoden aus dem multimodalen Stressmanagement sowie aus ihrer Arbeit als Yoga- und Meditationslehrerin und dem Ernährungscoaching zusammenführt. Insbesondere das Achtsamkeitskonzept steht dabei im Fokus und ist für sie der Schlüssel zu einem bewussteren und entspannteren Leben. Durch ihre Erfahrung in der Unternehmensberatung und in verschiedenen Vertriebspositionen ist es ihr ein besonderes Anliegen, Achtsamkeit in die Unternehmen zu tragen, um Mitarbeiter*innen und Führungskräften praxistaugliche Tools für den Arbeitsalltag an die Hand zu geben.

Hier erfährst Du mehr über Annabel Gebler: annabel-gebler.de

Expertin Annabel Gebler Stressmanagement

Von Lena-Maria Stahl

 

 

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