Die K5 Redaktion fragt nach bei… Doris Diebold von hey circle

hey circle ist ein junges Startup, was sich auf nachhaltige Mehrweg-Versandverpackungen spezialisiert hat. Gegründet wurde das Unternehmen von Doris Diebold und Christian Krawczyk. Aus dem Personal Need, den Onlinehandel nachhaltiger zu machen, entstand eine faltbare Mehrweg-Versandbox, die sowohl robust, als auch leicht ist. Sie ist ebenfalls durch Siegel und Plombe mit einem Diebstahlschutz ausgestattet und in verschiedenen Größen erhältlich. Durch die Mehrweg-Versandbox soll der Verschleiß an Pappkartons stoppen und Müll reduziert werden. 

 

 

Co-Founderin Doris Diebold von hey circle im Interview

 

 


Was hat Dich zur Gründung von hey circle motiviert? Gab es einen Schlüsselmoment?

 

Der Klimawandel beschäftigt und besorgt mich schon länger. Mein vorheriger Job war nicht gerade klimafreundlich. Die Vorstellung in 10 Jahren meinen Kindern zu sagen: „ich habe einfach immer so weitergemacht.“ wurde für mich untragbar. Ich wollte einen eigenen Impact schaffen und ein Vorbild für sie sein.

Ich bestelle viel online und habe mich schon immer am Kartonabfall gestört, den ich damit verursache. Vor allem, da ich privat stark bemüht bin, Abfall zu vermeiden. So war die Idee zu hey circle geboren. 

 

Auf dem Bild ist die nachhaltige Mehrweg-Box von hey circle zu sehen.

Die nachhaltige Mehrweg-Versandbox von hey circle.

 

 

 

Wie lange hat die Entwicklung der Box gedauert und welche Hürden gab es?

 

Der erste Grundprototyp war schnell entwickelt: Das hat keine 3 Monate gedauert. Doch dann wollten wir ihn testen: Wie belastbar ist er, welches Material ist optimal etc. Es war nicht einfach, Experten auf dem Gebiet zu finden, da der Usecase komplett neu ist. 

 

 

 

Welche Vorteile bietet die Box für Onlinehändler*innen?

 

Die Box kann vielfach zirkulieren und spart so Einwegabfall und CO2 Emissionen. So verbessern Onlinehändler ihre Klimabilanz und erfüllen die Kund*innen Erwartungen, die Mehrweg fordern.

Die Box ist leicht, robust, faltbar, recyclingfähig und sieht cool aus. Zudem kommt sie mit einer IT Lösung, die den Mehrweg leicht in die Systemlandschaft der Online Händler integriert.

 

 

 

Welche Maßnahmen müssen ergriffen werden, um nachhaltige Versandlösungen langfristig zu etablieren?

 

Wir brauchen eine Standardverpackung – ähnlich wie bei Wasser- oder Bierflaschen und ein übergreifendes Rückführungssystem. Wichtig dafür ist die Unterstützung aus Berlin und Brüssel sowie große, repräsentative Onlinehändler in die Vorbildrolle gehen.

 

 

 

Gibt es Tools, die bei der Entwicklung der nachhaltigen Box geholfen haben? 

 

Wir haben nicht auf Tools, sondern auf Gespräche gesetzt und haben Onlinehändler, Logistiker und Paketdienstleister nach Ihren Anforderungen gefragt. Die Unterstützung war überwältigend, auch aus dem Nachhaltigkeitsnetzwerk, dass wir uns sukzessive aufgebaut haben. 

 

 

Was sind die wertvollsten Errungenschaften, die den Alltag des Handels nachhaltiger machen und die Händler*innen auf dem Schirm haben sollten?

 

Verpackungen vermeiden, reduzieren oder zirkulieren ist ein wichtiger Ansatz. Kein Greenwashing zu betreiben, sondern nach echt nachhaltigen Möglichkeiten zu suchen, die sich z.B. recyclen lassen und nicht verbrannt werden müssen.

Ich finde es toll zu sehen, wie viele Unternehmen auch Reparatur und Second-use in Ihr Angebotsspektrum integrieren.

 

Die nachhaltige Mehrweg-Versandbox von hey circle

Die Box von hey circle ist robust, leicht und faltbar.

 

 

Was sind die nächsten Schritte von hey circle

 

Wir fahren die Produktion der hey circle Box hoch und ergänzen unser Portfolio im Sommer um eine Mehrweg-Versandtasche. Parallel bauen wir unsere IT Cloudplattform aus, die den Onlinehändlern immer mehr Module bietet, die den Mehrweg einfach und elegant integrieren lassen.

 

 

 

Aus Sicht eines Startups: Was wünscht Du Dir von führenden Unternehmen und/oder Politik?

 

Mehr Klimaschutz und schnelleres, beherztes Handeln. Ich würde mir mehr Unterstützung für nachhaltige Geschäftsmodelle wünschen. In Form von Geboten und Regularien aber auch durch verpflichtende Transparenz des CO2 Footprint und der „echten“ Produktkosten. 

 

 

 

hey circle in 10 Jahren…

 

Hat den Mehrweg Versand in Deutschland und Europa etabliert, Millionen Tonnen von Abfall und CO2 vermieden und mit den Versandverpackungen einen Standard gesetzt.

 

 

 

Deine Tipps für Unternehmen, die auch auf mehr Nachhaltigkeit setzen wollen?

 

Grundsätzlich einfach anfangen und ausprobieren! Keiner ist perfekt und jede Bemühung hilft.

Unternehmen, die ein Budget dafür haben, können sich von Nachhaltigkeits-beratungen prüfen lassen. Mit dem Ergebnis können sie ihren Footprint erörtern und entscheiden, wo die größten Hebel liegen. Im eCommerce entstehen übrigens ca. 30% der CO2 Emissionen durch die Versandverpackung.

Die K5 Redaktion fragt nach ist ein Interview-Format, bei denen sich erfolgreiche Gründer*innen, inspirierende Newcomer und führende Unternehmen den Fragen der K5 Redaktion stellen. In einem kurzen und prägnanten Interview wird den Themen auf den Grund gegangen, welche die E-Commerce Branche aktuell beschäftigen. Die Antworten der K5 Gäste bieten Inspiration, geben Impulse und klären auf.

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