Ein Gastbeitrag von Dr. Stefan Junker, Co-Founder von couch:now

 

Erledigen wir gleich zu Beginn dieses Beitrages rasch die üblichen Punkte zum Thema
Stressmanagement, damit wir es hinter uns haben: Schlafen Sie ausreichend, gehen Sie
nicht dauerhaft über Ihre Grenzen, sorgen Sie für Ausgleich („Work-Life-Balance“), pflegen
Sie soziale Beziehungen jenseits des Berufes, treiben Sie regelmäßig Sport und ernähren
Sie sich ausgewogen und gesund, lassen Sie die Finger vom Alkohol und sonstigen Drogen.
Ach ja, und: Machen Sie regelmäßig irgendwas mit Achtsamkeit, Meditation, Yoga oder
erlernen Sie wenigstens ein klassisches Entspannungsverfahren wie beispielsweise
Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung.

So, das hätten wir damit also schon mal. Klar, Sie wussten das vermutlich weitgehend
schon. Aber immerhin konnten Sie sich mit diesem ersten Abschnitt versichern, dass Sie
alles auf dem Schirm haben und up-to-date sind. Naja, vielleicht haben Sie auch ein wenig
ein schlechtes Gewissen bekommen – gerade weil Sie das alles wissen, aber nur bedingt
beherzigen. Für diesen Fall könnten Sie sich, falls noch nicht geschehen, wenigstens eine
Meditations-App auf Ihr Smartphone laden und durch die monatlichen Ablass-Gebühren für
den Dienst Ihrer Wahl (nur Spaß 😊) das eigene Gewissen etwas entlasten. Was? Das
machen Sie auch schon?

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Was soll ich Ihnen da noch sagen?

Vielleicht das hier: Ruckzuck macht der Anspruch, mehr zu entspannen und etwas gegen
den Stress zu tun, noch mehr Stress. „Ich MUSS noch meditieren heute! Und achtsam 20
Minuten spazieren gehen!“ So baut man sich durch die Erwartung, jetzt auch noch möglichst
gutes Stressmanagement zu betreiben, ein ordentliches, hübsches, aber leider gar nicht
hilfreiches Paradox.

 

Wie kommt man da raus?

Da habe ich eine ganz klare Empfehlung für Sie: Legen Sie sich eine nonchalante,
distanziert-engagierte und neugierige-desinteressierte Haltung den eigenen
Stressmanagementbemühungen gegenüber zu. Häh? Genau. Seien Sie ruhig nachlässig
beim Thema Stress. Machen Sie sich nur keinen unnötigen Stress mit dem Stress. Denn Sie
ahnen nicht, was die Wissenschaft amtlich festgestellt hat. Erstmal natürlich das Erwartbare:
Beispielsweise konnte eine sehr große Studie (Keller, Litzelman et al. 2012) mit 30.000
Teilnehmer*innen zeigen, dass Menschen, die angaben, im Verlauf des letzten Jahres viel Stress
gehabt zu haben, mit einer 43% erhöhten Wahrscheinlichkeit sterben werden.

 

Aber nun kommt`s: Das traf nur auf Personen zu, die angegeben hatten zu glauben, dass Stress Ihrer
Gesundheit schadet! Verkürzt und flapsig gesagt: Nicht Stress bringt die Leute um, sondern
der Glaube, dass Stress schlecht für die eigene Gesundheit sei.

 

Stress ist nicht gleich Stress

Beim Thema Stressmanagement geht es folglich nicht darum, Stress prinzipiell zu
vermeiden, sondern einen guten Umgang damit zu kultivieren. Die Art, wie wir über den
Stress in unserem Leben denken und wie wir ihn gedanklich und emotional bewerten,
bestimmt darüber, ob er uns schadet oder, sogar ganz im Gegenteil, nachweislich gut für
unsere Gesundheit ist.

Deswegen: Freuen Sie sich im Angesicht (vermeintlich) stressiger Herausforderungen in
Ihrem Leben, vertrauensvoll über Ihren wunderbaren Körper, wie er immer wieder verlässlich
in den gesteigerten Aktivitätsmodus switched und das Herz kräftig und schneller schlagen
lässt. Bewundern Sie, wie sich Ihr Organismus nach Anstrengungen immer wieder eine
wohlige Erschöpfung gönnt. Betrachten Sie „stressige“ Lebensereignisse gerne als
bewältigbar und die Reaktionen Ihres Körpers als Ausweis Ihrer Lebensenergie. Begreifen
Sie das Leben als prinzipiell sinnhaft. Dann betreiben Sie einen ganz ordentlichen Umgang
mit Stress und verlängern statistisch gesehen Ihre Lebenserwartung.

 

Wenn Ihnen das alles gelegentlich nicht so recht gelingen mag, dann schauen Sie doch gerne mal, ob Sie nicht etwas in Ihrem Leben ändern wollen („Love it, (or) change it, (or) leave it.“). Coaches,
Therapeut*innen oder smarte, professionelle Onlinedienste wie couch:now unterstützen gerne
dabei (siehe als Beispiele dafür die beiden hier von couch:now zur Verfügung gestellten
Videos). Und wenn das alles nichts für Sie ist, dann bleibt Ihnen wohl nichts übrig, als doch
nochmal den ersten Abschnitt zu lesen.

Die Meditations-App haben Sie ja schon.

 

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