Auf der kürzlich stattgefundenen K5 FUTURE RETAIL CONFERENCE 2023 fand neben spannenden Vorträgen, tiefgreifenden Masterclasses und diversen Networking Möglichkeiten auch der legendäre Startup Pitch statt. Unter der Moderation von Johannes Altmann, Gesellschafter der K5 GmbH, und Nina Weidenauer, Content Managerin von Startup Insider, pitchten auf der Tech & Talk Stage neun aufstrebende Startups ihr Geschäftsmodell. Anschließend konnte das Publikum Fragen stellen und mit den Gründern tiefer in den Austausch gehen. 

 

Zu den neun Startups, die auf der Bühne waren, gehören die Unternehmen AMAZD, Ravioli, boomerang, unea, SAIZ, LIVID, innkeepr, Karla und homeride. Auf der Bühne war zu sehen, dass die Trendbewegung der Startups Richtung B2B, Tech und Nachhaltigkeit geht. Vor allem wiederverwendbare Verpackungen und Versandtaschen beschäftigten die Startups, aber auch Technologien, um Fehlkäufe und Retouren von Anfang an zu vermeiden. Was genau die Startups machen und wie die Pitches verliefen, kannst Du Dir jetzt im K5 KLUB anschauen.

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Welche Trends es in der deutschsprachigen Startup-Szene noch so gibt und wie es um die Gründungen in der DACH-Region bestellt ist, erzählte uns Nina Weidenauer vom Startup Insider auf der diesjährigen K5 FUTURE RETAIL CONFERENCE  in einem exklusiven Interview. 

 

 

Wie sieht die Startup-Landschaft in Deutschland aus? 

Letztes Jahr waren 20,3% der Gründer*innen weiblich. Das ist im Vergleich zum Jahr 2016 ein Anstieg um die 40%. Ich glaube, man kann trotzdem sagen, dass der weibliche Anteil zu langsam wächst. Natürlich ist es trotzdem eine schöne, positive Entwicklung.

Bei den Branchen boomt KI momentan total. Vor kurzem wurde in ein französisches KI-Startup die größte Investition von über 100 Mio. € nur auf Vertrauensbasis in Europa des vergangenen Jahres getätigt. In dieser Branche ist schon viel passiert und wird noch sehr viel passieren. 

Auch die ClimateTechs boomt nach wie vor. Im internationalen Vergleich sind wir zwar keine Vorreiter, aber auch in Deutschland wird immer mehr in grüne Startups investiert. 

 

 

Was kann Deutschland von anderen Ländern im Hinblick auf die Startup-Szene lernen und umgekehrt?

Ich glaube, Deutschland mangelt es immer noch an der internationalen Wettbewerbsfähigkeit, vor allem wenn man sich KI-Startups anschaut. 

Zudem ist die deutsche Bürokratie ein echter Stein im Weg der Neugründungen. Bei großen, bereits etablierten Unternehmen ist das nicht so und das ist natürlich unfair.

Ein Vorteil in Deutschland ist, glaube ich, dass wir viele Startup Hubs haben. Vor allem in Berlin gibt es eine krasse Startup-Bubble, von der man sehr profitieren kann. Wenn man wirklich schnell in die Startup-Szene eintauchen will, kann man das hier sehr gut tun. 

 

Nina’s Stimme zur K5 Konferenz 2023:

Die K5 ist sehr erfrischend. Ich finde, man kann sich immer auf natürliche Weise austauschen. Dieses Face-to-face macht mir am meisten Spaß

Welche Trends bilden sich in der Startup-Szene ab?

Konsolidierung. Der Markt war vor paar Jahren sehr voll von Quick Commerce und Mobility und man sieht jetzt, dass die ersten Startups aufgekauft werden. Das war abzusehen, man wusste nur noch nicht wann. 

Ein weiterer Trend sind Insolvenzen und Layoffs. Im ersten Quartal 2023 gab es bereits 67 Insolvenzen. Im Vergleich zum Q1 im Vorjahr waren es nur 39. Das ist leider ein negativer Trend, von dem ich hoffe, dass er bald aufhört. 

Ein schöner Trend hingegen ist die Investitionsfreude in umweltfreundliche Startups / ClimateTechs und KI-Startups. 

 

 

Worin siehst Du die größten Hürden für Startups?

Abgesehen von der Bürokratie können falsche Teams große Hürden darstellen. Es ist total schwierig, wenn etwas schnell gehen muss, die richtigen Leute einzustellen.. Je kleiner das Team ist, desto einschneidender kann eine falsche Besetzung sein. Wenn Startups in der frühen Phase sind, können sie an einem falschen Team schon zerbrechen.

 

 

Gibt es Vorteile für Startups gegenüber bereits etablierten Unternehmen? Gibt es Nachteile?

Auf jeden Fall die Schnelligkeit als Vorteil. Wenn ein Startup eine zweimonatige Testphase einführt und nach zwei Wochen merkt, dass es so nicht funktioniert, wird schneller gehandelt und eine Lösung gesucht. Startups sind in den Arbeitsprozessen flexibler und die Wege kürzer. 

Nachteile gibt es natürlich auch. Etablierte Unternehmen sind meistens besser strukturiert. Startups sind am Anfang immer chaotisch, es fehlen Positionen und es gibt keine wirkliche Work-Life-Balance. Wenn man dafür nicht gemacht ist, geht man unter.

 

Wie sieht die Investitionsbereitschaft in Startups aus?  

Das Investitionsklima ist derzeit schon schlecht. Es hat sich in den letzten Monaten allerdings wieder etwas verbessert. Durch die Wirtschaftskrise und Inflation sinkt die Investitionsbereitschaft. Manche Branchen, wie bereits erwähnt KI, haben mehr Glück. Dennoch könnte es besser sein.

 

Was fehlt Dir in der Startup-Szene?

Frauen. Es gibt nicht nur zu wenige Gründerinnen, sondern auch zu wenig Mitarbeiterinnen in Startups und VCs. Frauen suchen sich natürlich Unternehmen, die ihnen eine sichere Zukunft bieten, z.B. wo sie nach der Schwangerschaft problemlos in den Beruf wieder einsteigen können. Startups bieten ihnen diese Sicherheit nicht. Da müssen wirklich Anreize geschaffen werden. 

Von Lena-Maria Stahl

 

 

 

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