K5 fragt nach bei… Blue Farm

Lesedauer: 4 Minuten

 

Das Berliner Unternehmen Blue Farm hat die Pflanzenmilch-Branche revolutioniert. Die Brand ging 2019 mit ihrem ersten Produkt, einem Haferdrinkpulver, auf den Markt. Mitgründerin Katia Pott hat der K5 Redaktion Fragen rund um das Unternehmen Blue Farm und seine Produkte beantwortet.

 

Was hat Euch zur Gründung von Blue Farm motiviert? Gab es einen Schlüsselmoment?


Wir haben uns grundsätzlich mit dem pflanzlichen Milchmarkt beschäftigt, da wir gemerkt haben, wie rasant die Nachfrage in den letzten Jahren nach Milchalternativen gestiegen ist. Bei dem Research kam dann irgendwann der Schlüsselmoment, in dem wir festgestellt haben, dass pflanzliche Milch immer zu 90% aus Wasser besteht. Dies führt zu unnötig viel Verpackungsmüll und Transportemissionen. Daher haben wir uns entschieden, einen neuen Standard zu entwickeln: einfach die Basis in Pulverform zu verkaufen.

 

Wie seid Ihr auf die Idee für Euer erstes Produkt gekommen? 


Nachdem wir verstanden hatten, dass wir eine Pflanzenbasis entwickeln müssen, um unnötigen Verpackungsmüll und Transportemissionen zu vermeiden, haben wir uns zunächst auf die Suche nach einem geeigneten Rohstoff gemacht. In erster Instanz haben wir uns dann für Hafer entschieden, da dieser regional in Europa sehr gut zu beziehen ist und auch geschmacklich eine breite Kundengruppe anspricht.

 

Wie lange hat die Entwicklung Eurer Oat Base gedauert? Welche Hürden gab es? 


Wir haben ein dreiviertel Jahr an der Oat Base zusammen mit einem Lebensmittelinstitut entwickelt. Leider fiel die Entwicklungsphase in den ersten Corona Lockdown, sodass unser Labor auch über Wochen geschlossen war. Uns ist bis heute die Qualität unseres Produktes extrem wichtig. Dadurch gehen wir oft viele Schleifen, bis wir mit Geschmack, Löslichkeit und Cremigkeit wirklich zufrieden sind.

 

Ihr habt Euer Sortiment inzwischen um Oat Lattes und Kaffee erweitert. Wie geht Ihr bei der Sortimentserweiterung vor?


Wir sehen uns mit Blue Farm als Experte für pflanzlich-funktionale Milchpulver in diversen Geschmacksrichtungen. Unsere Oat Lattes enthalten bspw. Adaptogene (Vitalpilze), die im Ayurveda neben dem geschmacklichen Erlebnis noch für mehr Konzentration oder Ruhe sorgen sollen. Zudem schauen wir uns immer wieder Trends an und launchen darauf basierend auch Limited Editions wie zuletzt unseren Pumpkin Oat Latte.

 

Einer Eurer Grundwerte ist die Nachhaltigkeit. Wie setzt Ihr diesen Grundwert in der Praxis um?


Wir achten bei allem was wir tun darauf, die möglichst nachhaltige Alternative zu wählen. Das bedeutet für uns auch, dass wir ggf. in unserer Marge Abstriche machen. Das beginnt beim Thema Sourcing der Rohstoffe (Fair Trade, volle Transparenz der Lieferkette), über unsere Verpackung bis hin zu klimaneutralen Versand. Zudem spart der Kunde, der morgens seinen Haferdrink frisch mit Blue Farm anmischt, auch 90% Verpackungsmüll, unnötige Transportemissionen und Lebensmittelabfälle!

 

Hattet Ihr vor der Gründung eine bestimmte Zielgruppe im Kopf? Hat sich diese Zielgruppe verändert?


Tatsächlich haben wir von vornherein unsere Zielgruppe recht gut einschätzen können. Neben dem Nachhaltigkeitsaspekt sehen wir, dass Young Professionals vor allem wegen der Convenience bei uns einkaufen: Jederzeit Haferdrink im Vorratsschrank zu haben, der geöffnet über mehrere Monate haltbar ist. Zudem schicken wir bequem über ein Milch-Abo das Äquivalent von bis zu 8 Liter per deutscher Warenpost in den Briefkasten. Bei Familien sind es insbesondere die großen Mengen an Haferdrink (wir bieten bis zu 20 Liter Gebinde an), die viel Schlepperei aus dem Supermarkt ersparen.

 

Ihr seid als D2C-Brand gestartet. Wie sieht es mit der Erschließung anderer Kanäle aus, wie z.B. dem stationären Handel?  


Primär wollen wir auch in der Zukunft uns stark auf D2C fokussieren und den Kanal auch internationalisieren.
B2B-seitig sind wir aber auch bereits aktiv und sind bei der Bio Company in Hamburg und Berlin zu finden, sowie ab Ende Oktober auch in vereinzelten Rewe Märkten in Norddeutschland.

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Wie behauptet Ihr Eure Stellung auf dem stark umkämpften Markt der Pflanzendrinks? 


Wir sind das Original unter allen Haferdrinkpulver und wollen diesen Pioneer-Status auch beibehalten, d.h., wir bringen immer wieder neue Produktinnovationen rund um pflanzliche Milchpulver auf den Markt. Zudem sind wir ganz spitz auf Pflanzendrinkpulver spezialisiert, was es so auch noch nicht auf dem Markt gibt.

 

Wo siehst Du Blue Farm in fünf Jahren? Habt Ihr Euch bestimmte Ziele gesetzt?


Wir wollen mit Blue Farm erreichen, dass pflanzliches Milchpulver weltweit zum Standard in jedem Milchregal wird. Zudem wollen wir bis 2030 eine halbe Millionen Tonnen CO2 im Vergleich zu den flüssigen Haferdrink-Varianten einsparen.

 

Aus Sicht eines Start Ups: was wünscht Du Dir von führenden Unternehmen  und/oder Politik?


Mehr Subventionierung von pflanzlichen Alternativen. Weniger Greenwashing durch smarte Innovationen, mit denen pflanzliche Produkte mehr sind als nur eine Alternative – wie in unserem Fall: Pflanzliche Milch muss nicht im Milchkarton kommen, nur weil die Kuhmilch so verkauft wird.

 

Was sind Deine Tipps für Unternehmen, die auch auf mehr Nachhaltigkeit setzen wollen?


Analysiert eure Supply Chain und guckt, in welchen Schritten ihr im Rahmen eurer Möglichkeiten Umstellungen anstoßen könnt. Schaut mit eurer Community, was ihnen in Bezug auf Nachhaltigkeit wichtig ist. Am Ende zählt jeder noch so kleine Schritt – so lautet auch unser Credo: Big things start small.

 

Du möchtest noch mehr rund um Blue Farm und die Pflanzenmilch-Branche erfahren? Dann findest Du im K5 KLUB den Expertinnen-Talk von Katia Pott und Verena Schlüpmann. Schau doch mal rein:

Blue Farm K5 TV

 

Von Katrin Grieser

 

 

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