Rebecca Göckel, die Gründerin von NOMOO, war vergangenen Donnerstag auf dem K5MEETup in Köln als Speakerin auf der Bühne zum Thema ““Von Krise zu Krise – Rückblick auf 2022 & 2023 und ein unternehmerischer Ausblick auf 2024″ zu hören. Anschließend gab die erfolgreiche Gründerin der K5 Redaktion ein exklusives Interview.

 

Was hat Dich zur Gründung motiviert?

 

Mein erster Werkstudentenjob bei Chronext, einem Online-Marktplatz für Luxusuhren. Als ich dort angefangen habe, war das ein sehr kleines Unternehmen von 15 Leuten. Damals haben wir uns noch an die weiße Wand geschrieben: „Wir wollen 2 Mio. € Umsatz erreichen”. Mittlerweile nach acht Jahren macht Chronext über 100 Mio. € Umsatz.

 

Was mich daran gereizt hat: Teure Uhren online zu kaufen, war damals total krass, das hat man nicht gemacht. Chronext hat dadurch den ganzen Markt verändert. Mich haben die Gründer sehr inspiriert und ich habe immer mehr Lust gehabt, selbst etwas zu verändern: Eine Branche, die jetzt noch den Status Quo hat, neu aufzustellen. (Wie jetzt zum Beispiel das Eis: Kein Milcheis mehr, sondern pflanzliches Eis, frei von tierischen Zutaten.)

Das hat mich dazu bewegt, dass ich viel verändern will und mit einem Team an etwas arbeite, das über mich hinausgeht. Zudem ist das Thema Freiheit sehr wichtig für mich.

Warum in der (veganen) Lebensmittelbranche?

 

Mein Mitgründer Jan Grabow kam mit der Idee auf mich zu. Er hat die Netflix-Doku Cowspiracy gesehen, in der es um Viehzucht und Agrarwirtschaft als Nummer 1 Klima-Treiber geht. Zuvor hatte ich gedacht, dass mit ÖPNV fahren, grünen Strom nutzen u.ä. nachhaltig sein bedeutet. Doch ich habe gelernt, dass auch die Ernährung viel damit zu tun hat. Dementsprechend wollte mein Co-Gründer nach dieser Doku sofort vegan werden, hat 2016 aber festgestellt, dass die tierfreien Alternativen nicht so gut schmecken. So ist die Idee dazu entstanden, einen Produktbereich zu finden, der zwar noch tierisch ist, aber den man pflanzlich machen kann, weniger CO2-Ausstoß hat, aber der Geschmack genauso gut wie beim tierischen Produkt ist. 

Wie ist Euer Geschäftsmodell aufgebaut?

 

Wir verkaufen veganes Bio-Speiseeis an den LEH, aber auch an Kantinen, Cafés, Bio-Märkte, Quick Commerce, und Onlinehandel. Letztlich verkaufen wir Eiskreationen an den B2B-Sektor, der die Produkte an den Endkunden weiterverkauft. 

Wie unterscheidet sich NOMOO von anderen veganen Lebensmittelanbietern?

 

NOMOO ist eine sehr authentische Marke. Wir sind Experten im Bereich “veganes Eis”. Außerdem bespielen wir sehr stark das Thema Geschmack und die Zukunftsthemen Nachhaltigkeit und Gesundheit. Bei uns erfährst Du immer was und wie viel in einem Becher drinnen ist.

Wie trägst Du zum Female Empowerment bei?

 

Mir ist erst bewusst geworden, wie wenige Frauen gründen, als ich selbst gegründet habe. Ich wurde immer gefragt, wie es ist als Frau zu gründen. Ich dachte mir immer: “Was ist das denn für eine Frage? Wie ist es denn als Mann zu gründen?” 

Dann wurde mir aber klar, dass es eine Gap zwischen Frauen und Männern in der Gründerszene gibt. 

 

Mittlerweile ist es eine Herzensangelegenheit von mir geworden. Ich will Frauen inspirieren und motivieren. Wenn sie Ideen haben, sollen sie es einfach mal ausprobieren, denn es kann nichts passieren. Das Schlimmste, was passieren kann, ist das Scheitern. Und Scheitern gibt es in meinem Wortschatz nicht mehr, da ich es durch Lernen ersetzt habe. Dementsprechend möchte ich da als Vorbild vorangehen.

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Die zweite Ausgabe unseres K5 MGZNs mit Gastbeiträgen von Experten wie Dörte Kaschdailis, Erik Siekmann, Stefan Wenzel uvm, sowie den wichtigsten Köpfen des E-Commerce, gibt es jetzt auch zum kostenlosen Download:

 

 

 

2-3 Sätze zu Dir persönlich…

 

Ich habe vor Kurzem auf dem Rhein das Rudern angefangen, weil ich ein sportliches Hobby wollte. Zudem bin ich ein krasser Genussmensch und koche sehr gerne.

Was war das bisher größte Erfolgserlebnis von NOMOO?

 

Das größte Erfolgserlebnis dieses Jahr war die Listung von Kaufland. Bei Kaufland wird man dann deutschlandweit in alle Märkte distribuiert. Das war ein großer Impact für die NOMOO. 

Ehrlicherweise ist mein persönlich größtes Erfolgserlebnis, wenn ich im Supermarkt eine fremde Person sehe, die unser Eis kauft. Das macht mich am glücklichsten. 

Was muss sich Deiner Meinung nach in Sachen Gleichberechtigung sofort ändern?

 

Wir müssen schaffen, mehr Vereinbarkeit hinzukriegen. Ich gehe jetzt auf die 30 zu und habe immer mehr in meinem Umfeld, die schwanger werden und merke selbst, dass man dann erst mal aus dem Job und der Karriere raus ist. Das muss sich irgendwie ändern. Vereinbarkeit von Karriere und Familie ist ein ganz wichtiges Thema, das ich früher unterschätzt habe und von vielen noch unterschätzt wird.

Von Lisa Endres & Lena-Maria Stahl

 

 

 

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