K5 ChefTreff Podcast: Zu Gast: Alexander Djordjevic

foodist – vom Subscription-Modell zur erfolgreichen New-Food-Plattform

Zu Gast: Alexander Djordjevic, Co-Founder und CEO von foodist

Die Idee zu foodist wird geboren, als Alexander Djordjevic einen Hamburger Wochenmarkt besucht. Hier kommt er mit einem Händler selbstgemachter Chutneys ins Gespräch. Dieser ist sich darüber im Klaren, dass der Online-Handel lukrativer wäre als ein Tag auf dem Wochenmarkt. Aber er schreckt vor dem damit verbundenen Aufwand zurück. Alexander kommt ein Gedanke: Händlern und Herstellern von hochwertigen Lebensmitteln genau diesen Aufwand abnehmen. Aber hat das Potential? 

In seinem Kommilitonen und späteren Co-Founder Ole Schaumberg, sie besuchen gemeinsam die Hamburg School of Business Administration, findet er einen Gleichgesinnten. Und so beginnen die beiden schon während ihrer Studienzeit an der Idee zu feilen, aus der später foodist entstehen wird: internationale Lebensmitteltrends in einer Abo-Box, eine kuratierte Erfahrung für Food-Begeisterte. Ein Angebot, das auch die Produkte kleinerer Produzenten und Manufakturen enthält. Nach ihrem Abschluss hat ihre Idee absolute Priorität, beide schlagen Jobangebote aus, Djordjevic lebt zeitweise von ALG II. 2012 wagen sie schließlich den Schritt und gründen ihr eigenes Unternehmen – foodist.

foodist ist seiner Zeit voraus

Eine große Hürde ist, wie bei vielen jungen Start Ups, auch für foodist die Finanzierung. Alexander Djordjevic und Ole Schaumberg haben kaum eigenes Kapital und machen sich auf die Suche nach Partnern. Das Problem: die Idee überzeugt weder Investoren noch Business Angels. Das Konzept hinter foodist gilt als zu riskant und als nicht skalierbar. Denn im Jahr 2012 sind Lebensmittel eindeutig nicht der Fokus des E-Commerce. Und das obwohl das Angebot auf dem deutschen Markt deutlich hinterherhinkt. Im ChefTreff-Interview mit Sven Rittau erzählt Alexander vom Besuch einer Londoner Filiale von Whole Foods, deren große Auswahl an veganen, vegetarischen und organischen Produkten ihn beeindruckt. Er habe sich gefühlt wie bei einer Zeitreise in die Zukunft. 

Die beiden Gründer glauben weiterhin unbeirrt an foodist und entscheiden sich schlussendlich für die Finanzierung über Crowdinvestment. Über Companisto sammelt das Hamburger Start Up schließlich in drei Runden 1,5 Millionen Euro ein. Und aus der Not des wenigen Kapitals wird eine Tugend. Denn die das Abo-Modell der Food Subscription Boxes sorgt von Anfang an für einen positiven Cashflow.

Ein Auftritt mit Nachhall

2014 folgt ein Meilenstein für foodist: ein Auftrifft in der ersten Staffel der Fernsehshow Die Höhle der Löwen. Die Gründer stellen ihr Start Up und die Gourmet-Abo-Box vor und bekommen sogar ein Angebot, aber man wird sich über die Konditionen nicht einig. Doch der Auftritt sorgt für Aufmerksamkeit. Sehr viel mehr Aufmerksamkeit, als die Founder erwarten. Der Ansturm auf die Seite von foodist ist so groß, dass die Server darunter zusammenbrechen. 

Mit dem Erfolg des Subscription-Modells erweitert foodist sein Angebot. Damit Abonnent*innen besonders beliebte Produkte nachkaufen können, wird das Konzept um einen eigenen Online-Shop erweitert. Dieser wird mit großer Begeisterung aufgenommen und bringt dem Unternehmen noch mehr Aufwind.

Auf der Suche nach den richtigen Partnern

Im darauffolgenden Jahr wird foodist Teil eines Förderprogramms der ProSiebenSat.1 Media, das gegen Beteiligung u.a. ein Werbebudget für TV-Spots und ein Mentorenprogramm bietet. In diesem Jahr kann das junge Unternehmen seinen Umsatz auch deutlich steigern: während 2014 noch 1,5 Millionen Euro Umsatz verzeichnet werden, sind es im Jahr 2015 bereits 6 Millionen Euro. 

Mit dem Hamburger Medienhaus Ströer findet sich im Jahr 2016 schließlich ein großer Partner, der das New-Food-Start Up vollständig übernimmt. Co-Founder Ole Schaumberg verlässt das Unternehmen ein Jahr später, Alexander Djordjevic bleibt CEO und Teil des inzwischen 35-köpfigen Teams. Drei Jahre später folgt ein erneuter Verkauf der Brand an die metacrew Group, die bereits mit diversen Beautyboxen, u.a. der Pink Box und der BRIGITTE Box, im Bereich der Subscription-Modelle tätig ist.

Die Zukunft ist international und ambitioniert

Das Geschäftsmodell hinter foodist entwickelt sich währenddessen immer weiter. Das Sortiment des Online-Shops wird um Produkte einer Eigenmarke erweitert. Und auch die wachsende Beliebtheit von Adventskalendern nutzt das Unternehmen mit über 10 Ausführungen für sich. 

Der gesamte Umsatz beläuft sich inzwischen auf rund 30 Millionen Euro jährlich und auch das Team ist auf ca. 150 Mitarbeiter*innen gewachsen. Rund zwei Drittel des Umsatzes werden vom Online-Shop der Brand generiert. Das letzte Drittel stammt aus den nachwievor erfolgreichen Abo-Modellen und Retail Media. 

Wo soll die Reise der New Food Plattform also in naher Zukunft hingehen? In andere Ländermärkte, soviel steht bereits fest. Gerade mit dem Abo-Modell, dessen Logistik eine niedrigere Hürde darstellt als die eines Online-Shops, sollen europäische Märkte außerhalb der DACH-Region erschlossen werden. Besonders lokale Creator-Kooperationen könnten foodist bei der Internationalisierung voran bringen. 

Und auf lange Sicht? Die Positionierung der Brand als DER E-Commerce-Player im Bereich Food, das ABOUT YOU des Online-Lebensmittelhandels. Denn dafür, davon ist Alexander Djordjevic überzeugt, hat foodist das Potential.

Wenn Du erfahren willst, warum die Kooperation mit dem LEH für foodist ein Fehler war und warum Alexander Kooperationen mit Influencer*innen wie z.B. Pamela Reif als Erfolgsgeheimnis der Brand betrachtet, dann hör in die neueste Folge des K5 Podcasts ChefTreff rein. Es lohnt sich!

 

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