“Buy Now Pay Later” im B2B-Bereich & digitales Payment – so sieht die Zukunft der Bezahlung im E-Commerce aus

Paypal, Überweisung, Kreditkarte – diese Payment-Möglichkeiten sind aus dem E-Commerce längst nicht mehr wegzudenken. Allerdings sind sie auch schon einige Jahrzehnte alt und damit nicht mehr zeitgemäß. Und je vielfältiger die digitalen Einkaufsmöglichkeiten werden, desto umfangreicher muss auch das Payment-Angebot sein. Warum das Payment als letzter Schritt im Checkout so wichtig ist und wie Du es schaffst, dass sowohl D2C- als auch B2B-Kund*innen am Ball bleiben, sagen wir Dir hier.

 

 

Warum ist der Payment-Prozess so wichtig?

 

Rund die Hälfte der Kund*innen entscheiden anhand der Anzahl der möglichen Bezahlverfahren, ob sie ihren Online-Einkauf abschließen oder doch abbrechen. Ganze 60% brechen den Bezahlvorgang ab, wenn ihre bevorzugte Zahlungsmethode nicht angeboten wird. Das hat TrueLayer herausgefunden und auf der K5X vorgestellt. Eine*n Kund*in im Bezahlprozess zu verlieren ist besonders ärgerlich, weil er oder sie für den Online-Shop in keinem anderen Schritt des Vorgangs teurer ist. 

 

Payment-Insights von der K5X 2022

30 % mehr Umsatz durch modernen B2B-Rechnungskauf

Was lange währt, wird endlich gut. Das eingestaubte Thema Rechnungskauf ermöglicht mittlerweile unglaubliche Steigerungen der Geschäftszahlen. Wieso das so ist und weshalb Buy Now Pay Later eine nachhaltig große Rolle für die Zukunft des B2B E-Commerce spielen wird, erklärt Dr. Christian Grobe von Billie in dieser Masterclass.

Alternative Zahlungsmethoden: Wie Open Banking den Checkout verändert

Mehr Menschen als je zuvor kaufen online ein, veraltete Zahlungsmethoden jedoch sind ein Hindernis für Anbieter*innen. In dieser Masterclass zeigt Sebastian Tielser von TrueLayer, wie Käufer*innen im Jahr 2026 bezahlen werden. Außerdem untersucht er, wie Open Banking das Entstehen neuer digital-nativer Zahlungsoptionen vorantreibt. Darüber hinaus zeigt der Experte, was Einzelhändler*innen hilft, um Betrug zu bekämpfen und Margen zu erhöhen.

Mit den richtigen D2C-Zahlungen in die Zukunft

 

Laut einer Studie von TrueLayer, wird die Kartenzahlung im E-Commerce in Europa im Jahr 2026 auf 33% gefallen sein. Momentan bezahlen noch 41% der Käufer*innen ihren Einkauf mit der Kreditkarte. Online-Wallets wie PayPal werden ihre große Beliebtheit weiterhin um 15% steigern. Besonders zukunftsträchtig sind Buy-Now-Pay-Later-Methoden wie sie KLARNA anbietet. Diese Zahlungen nehmen voraussichtlich um 70% zu. Mit Zukunftstechnologien, wie dem Metaverse und NFT’s, werden außerdem alternative und digitale Zahlungsmethoden immer wichtiger. Je digitaler die Güter, desto essentieller sind digitale Echtzeit-Zahlungsmethoden. Beim Handel mit Videospielen ist dieser Trend schon jetzt zu sehen – hier sind die Zahlungsmethoden so vielfältig wie nirgendwo anders.

 

 

Buy Now Pay Later – das Comeback des Rechnungskaufs

 

Die großen Erfolge von KLARNA und der Später-Bezahlen-Funktion von PayPal lassen keine Fragen nach der Notwendigkeit der BNPL-Zahlungsmethoden offen. Seit Jahren entscheiden sich immer mehr Privatkund*innen für diese Art des Payment und nehmen auch, gerade bei hohen Beträgen, die Möglichkeit wahr, ihren Online-Einkauf auf Raten zu zahlen. Gerade in einer Zeit der finanziellen Unsicherheit durch hohe Inflationsraten und steigende Energiepreise sind Kund*innen oft sehr dankbar für dieses Angebot – was der Kund*innen-Bindung natürlich zugute kommt. Ein weiterer Vorteil ist der höhere Warenkorbwert beim Kauf auf Rechnung oder Rate, und die damit einhergehenden höheren Abverkäufe und Umsätze.

 

BNPL – Outsourcen oder auf eigene Rechnung?

 

BNPL als Zahlungsmethode anzubieten ist also unabdinglich, aber wie integrierst Du es so, dass es zu Deinem Geschäftsmodell passt? Und wie begegnest Du eventuellen Risiken? Die mit dem BNPL-Kauf einhergehende Bonitätsprüfung der Kund*innen kann den Kauf verzögern und daraufhin zu Kaufabbrüchen führen. Die Prüfung muss also in Echtzeit stattfinden – schon ein Tag oder eine Stunde Verzögerung sind hier zu lang für viele Käufer*innen. Für kleine Unternehmen bedeutet das, dass es sich lohnt, mit Dienstleistern wie KLARNA zu arbeiten. Das wichtigste KPI ist also die End-to-End-Akzeptanzrate.

Auch UX-Fehler, wie eine zu umfangreiche Datenabfrage, kann zu einer höheren Abbruchrate führen. Der Online-Baumarkt Contorion konnte mithilfe der B2B-Zahlungsplattform Billie die End-to-End-Akzeptanzrate von ca. 60% auf 93% steigern. Jean-Paul Feidt, Leiter des Payment- und Fraud-Management bei Douglas, plädiert dafür, BNPL inhouse abzuwickeln. Vor allem große Unternehmen hätten hier den Vorteil der Flexibilität ihrer Angebote und der Kontrolle über ihre Kund*innen. Christian Meiwald von CRIF gibt zu bedenken, dass auch eine Mischung aus Outsourcing und Inhouse möglich ist. Dann würde nur bei Kund*innen, bei denen ein Rechnungskauf nicht möglich ist, automatisch auf den Dienstleister umgeswitcht. Auch hier ist es wieder wichtig, dass dies in Echtzeit passiert und der oder die Kund*in nicht warten muss. Eine BNPL-Methode muss für jedes Unternehmen maßgeschneidert werden, betonen Christian Meiwald und Swantje Goedicke (Head of Customer-Service, Orion Versand).

 

“Buy Now Pay Later” auf der K5X 2022

Buy Now Pay Later – Auf eigene Rechnung oder lieber outsourcen?

Im Panel auf der CRIF-Stage der K5X diskutieren Swantje Goedicke (ORION Versand), Jean-Paul Feidt (DOUGLAS) und Christian Meiwald (CRIF) die Vor- und Nachteile den Rechnungs- oder Ratenkauf inhouse abzubilden oder an einen externen Dienstleister abzugeben. Welche Auswirkungen hat das auf die Kund*innen-Beziehung und den Kund*innen-Service und wie viel Personal brauchst Du um es selbst abzuwickeln?

Mit Billie's Buy Now, Pay Later zum Unternehmenserfolg im B2B

Der letzte Schritt im Kaufabschluss: Zahlungsart auswählen und dann Checkout. Gerade hier liegt so viel ungehobenes Potenzial für Händler*innen. In dieser Session zeigen Andreas Lehmann von Contorion & Dr. Matthias Knecht von Billie, wie der Online-Werkzeughändler (B2C und B2B) Contorion unglaubliche Zahlen schreiben konnte, nachdem er die Buy Now Pay Later Zahlungsmethoden von Billie integriert hat.

BNPL im B2B

 

Andreas Lehmann (Contorion) und Dr. Matthias Knecht (Billie) berichten, dass 63% der Geschäftskunden bei Contorion Billie, und damit BNPL, als Zahlungsmethode wählen. Der Trend entwickelt sich also auch im B2B-Bereich deutlich in Richtung Rechnungskauf. Aber auch hier ist nicht alles rosig, es gibt viele Stolpersteine, die Du kennen musst:

 

Komplexere Transaktionen beachten

Die Herausforderungen und Modelle unterscheiden sich stark vom D2C. So sind die Transaktionen komplexer und die Warenkorbwerte, gegenüber BNPL im D2C, um den Faktor 20 bis 30 größer. Das bedeutet ein höheres Risiko für die Anbieter, was die Identifikation der Kund*innen zur Betrugsbekämpfung angeht. Geschäftskund*innen zeichnen sich durch verschiedene Rechtsformen aus – von Unternehmen, über staatliche Kund*innen bis hin zu Vereinen. Außerdem muss festgestellt werden, ob die Person, die im Namen des Geschäfts einkauft, auch wirklich zum Unternehmen gehört und ob diese befugt ist, den Einkauf zu tätigen.

 

Bestellverwaltung

Bei der Bestellverwaltung muss flexibel und individuell agiert werden –  auch Neukund*innen müssen ab der ersten Bestellung die Möglichkeit des Rechnungskaufs wählen können. So zeigst Du von Anfang an Vertrauen und ermöglichst eine schnelle Kund*innen-Bindung. 

 

Flexible Zahlungsziele

Viele Händler*innen haben verschiedene Zahlungsziele und Laufzeiten für ihre Kund*innen. Das klassische 30-Tage-Rechnungskauf-Modell funktioniert hier nicht universell. Es gilt wieder, individuell zu entscheiden und den Kund*innen gegenüber Flexibilität zu zeigen. 

 

Multichannel-Lösungen

Auch wenn Unternehmen online einkaufen, brauchen sie hin und wieder Multichannel-Lösungen für Anfragen, Beratung oder Reklamationen. Es sollten also immer die richtigen Ansprechpartner*innen erreichbar sein. Viele kleinere Unternehmen kaufen außerdem noch telefonisch oder per E-Mail oder Fax ein – auch solche Anfragen müssen bearbeitet werden können. Dabei ist es wichtig zu bedenken, dass die Mechanismen zur Betrugsbekämpfung, die bei jedem Online-Einkauf im Hintergrund laufen, anderweitig ersetzt werden müssen. Hier sollte am besten ein*e Expert*in hinzugezogen werden.

 

Cloudbasierte Verwaltung

Laut Dr. Christian Grobe, Co-Gründer und Managing-Director bei Billie, ist die Tatsache, dass Firmenkund*innen eine Finanzabteilung haben, die am meisten unterschätzte. Denn das bedeutet, sie wünschen sich eine Stellenverwaltung, in der alle gemeinsam auf sämtliche Transaktionsdokumente zugreifen können. Der Experte empfiehlt hier eine cloudbasierte Lösung, die auch eine Kreditlimit-Verwaltung beinhaltet.

 

K5 Wissen

 

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Zurück in die Zukunft des Payment

 

Im Privatkunden-Bereich ist BNPL schon seit zehn bis 15 Jahren im Kommen – im Geschäftskundenbereich entwickelt sich der Trend gerade erst. Um mitspielen zu können, musst Du zuerst einige Entscheidungen treffen und Deine BNPL-Methode an Dein Geschäftsmodell anpassen. Einerseits kommt also mit dem Rechnungskauf eine altbewährte Zahlungsmethode zurück. Andererseits werden die Zahlungen immer digitaler. Diese beiden Komponenten zu vereinen, wird für einige Unternehmen zukünftig eine Herausforderung werden. Die Expert*innen raten allerdings, diese Entscheidungen nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, weil der Bezahlvorgang das Herzstück jedes E-Commerce-Prozesses sei.

Von Carolin Fest

 

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