Die B2C-Marktplätze auf der Überholspur – was Marktplatzmodelle dem traditionellen E-Commerce voraus haben

Der Mirakl Enterprise-Marktplatz Index 2022

 

Dass der E-Commerce zu den Gewinnern der vergangenen 2,5 Jahre zählt ist längst eine allgemein anerkannte Tatsache, der Online-Handel hat einen beispiellosen Höhenflug erlebt. Doch mit einer jährlichen Wachstumsrate von 49,7% in den letzten zwei Jahren beherrschen die B2C-Marktplätze die Spitze des erfolgreichen Rennens, wie der Enterprise-Marktplatz Index 2022 des französischen SaaS-Software-Anbieters Mirakl zeigt. Die Zahl ist damit mehr als doppelt so hoch, wie die CAGR des E-Commerce im Allgemeinen, die in diesem Zeitraum bei 22% lag.

 

Denn das Jahr 2021 war für den Retail, stationär wie digital, trotz aller Erfolge von Hürden geprägt. Schwierigkeiten bei Lieferketten und deutlich steigende Kosten, sowohl für Materialien und Produkte als auch auf CAC-Ebene, sorgten für einen Dämpfer in den Erwartungen. Tatsächlich lag das E-Commerce-Umsatzwachstum im gesamten letzten Jahr bei “nur” 12%, während B2C-Marktplätze ein Umsatzwachstum von 25% verzeichnen konnten.
Was also macht Marktplatzmodelle so stabil und attraktiv, dass sie ihren Heimat-Rennstall E-Commerce überholen? Um dieser Frage nachzugehen, wertete Mirakl Daten von über 60 Marktplätzen aus, die mit der Mirakl-Software arbeiten.

 

 

Große Auswahl, viel dahinter

 

Nachvollziehen lassen sich Stabilität und Erfolg der B2C-Marktplätze laut des Mirakl Enterprise-Marktplatz Index 2022 vor allem anhand zweier Faktoren: Wachstum von Verkäufer*innen und Wachstum der Produkte.

Seit Beginn der Corona-Pandemie hat sich die Zahl an Verkäufer*innen mehr als verdoppelt und schon 2020 wuchs die Zahl um 46%. B2C-Marktplätze sind bekanntermaßen attraktive Anlaufstellen für Händler*innen, versprechen sie doch zahlreiche Vorteile, wie höhere Margen, große Reichweite und schnellere Internationalisierung. Das Marktplatzgeschäft ist für viele Verkäufer*innen eine sichere Bank, die sich kurz- und langfristig auszahlen kann.

Mit der immer größer werdenden Anzahl an Händler*innen vergrößert sich aber auch das so entscheidende Produktportfolio der Marktplatzmodelle. In Zahlen: Ende 2021 wuchs das Produktangebot auf den von Mirakl untersuchten Marketplaces im Vergleich zu Ende 2019 um 62%. Die Sortimente der B2C-Marktplätze werden größer, sind breiter gefächert, kaum ein Kundenwunsch bleibt unerfüllt. Als Beispiel wird Mirakl-Kunde Douglas angeführt, der seinen Online-Shop 2019 um einen geschlossenen Marktplatz erweiterte, das Douglas Partner Program. Ein Schritt, der zur Verdoppelung der E-Commerce-Umsätze des Traditionsunternehmens führte.
Wie die Studie von Mirakl außerdem zeigt, wird mit den erweiterten Angeboten selbst der Long Tail der Sortimente zu einem wichtigeren Faktor, der 2021 einen um 14,2% erhöhten Beitrag zum GMV der untersuchten Marktplätze beitrug.

 

 

A little more competition, a little more action

 

Doch auch B2C-Marktplätze sind, wie auch der Einzelhandel im Allgemeinen, nicht frei von Wettbewerb. Mit steigender Anzahl an Verkäufer*innen und immer größer werdenden Sortimenten muss auch auf Marketplaces mit Preisen oder Versandkosten um Kund*innen geworben werden. So konnten die untersuchten Marktplätze 2021 38% mehr Angebote je Produkt führen. Die Konkurrenz muss also unter- oder überboten werden, sehr zur Freude der profitierenden Verbraucher*innen – der entscheidende Vorteil für alle Beteiligten, denn glückliche Kund*innen sind wiederkehrende Kund*innen. Und die Besucherzahlen sowie der Traffic unterstreichen den Erfolg der B2C-Marktplätze. Laut Mirakl stieg bei Einzelhändler*innen mit eigenen Marktplätzen der Traffic um 6,5%, während er bei klassischen Shops stagnierte oder sogar sank. Ein Wachstum, das viermal höher ist als das der 70 global führenden Einzelhändler*innen.

 

Ein Teil des Future Retail

 

Der Mirakl Enterprise-Marktplatz Index macht eines sehr deutlich: B2C-Marktplätze sind gekommen, um zu bleiben. Sie bieten die Möglichkeit zur vielfältigen Aufstellung, Vorteile für Einzelhändler*innen und Verkäufer*innen gleichermaßen und begeistern Verbraucher*innen mit Auswahl und Komfort. B2C-Marktplätze sind eine rentable Ergänzung und mitunter sogar eine ernstzunehmende Alternative zum klassischen digitalen Handel. Und während der traditionelle E-Commerce mit Hürden und Herausforderungen zu kämpfen hat, wollen B2C-Marktplätze die Höhen des Online-Handels (noch) nicht verlassen. Die Zahlen geben ihnen recht.

Wenn Du die ganze Studie lesen möchtest, dann kannst Du sie hier anfordern.

 

 

Von Katrin Grieser

 

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