Man erinnert sich vielleicht noch an einen der wohl bekanntesten Werbespots überhaupt: Der Paketbote klingelt, ihm wird geöffnet und dann wird er erst mal angeschrien. Nicht, weil der Typ etwa so hässlich ist. Eher das Paket oder besser gesagt dessen Inhalt der Auslöser, der die Empfängerin vor Glück schreien lässt. Aus dem vor-Glück-schreien dürfte besonders einer nicht mehr rauskommen, vor allem nachdem, was die jüngsten Umsatzentwicklungen preisgeben. Gründer Robert Gentz hat mit Zalando einen Meilenstein in der Mode- und Technikwelt gesetzt. Von nichts kommt aber bekanntlich nichts. Welche Erkenntnisse kann man aus 10 Jahren ziehen?

Another Cinderella Story

Angespornt durch eine anfängliche Niederlage im digital Business, gründete Robert Gentz zusammen mit David Schneider 2008 einen Online-Schuhhandel. Und der sollte Wellen schlagen. Die Zahlen, die das Unternehmen von Beginn an hinlegte – bereits 2010 war Zalando Deutschlands größter Schuhversender – konnten sich sehen lassen. 2014 wurden 82 Mio Euro Gewinn bei einem Umsatz von 2,2 Milliarden Euro verzeichnet. Aktueller Stand: 5 Mrd. Euro Umsatz – Tendenz steigend.
Zu verdanken hat Zalando das wohl auch seinem immer breiter gewordenen Service-Spektrum und den Top-Marken der Modebranche. Immerhin wandert z.B. eine Zara-Marke nach der anderen auf die Plattform. Präsent ist der Mode-Gigant zudem in 15 Ländern. Zahlreiche Apps und Services, wie bspw. ein Umtauschservice an der Haustür sowie das Premiumprogramm Zalando Plus soll die Kunden noch glücklicher machen. Ein Modemärchen mit Happy End Garantie!

 

Die Folgen der Versäumnisse

Jetzt mal ernsthaft, Zalando: Machst Du auch mal irgendwas falsch? Tatsächlich gab es die Antwort darauf erst Ende März…
Über die Jahre hinweg hat Zalando sich immer wieder mit vielen Versuchen auseinandergesetzt, sich der Schnelllebigkeit der Digitalisierung anzupassen. Das bringt Veränderungen mit sich. Im Frühjahr 2018 gab die Geschäftsführung bekannt, im Marketing 250 Stellen zu streichen. So eine Nachricht sorgt erst einmal für reichlich Diskussionspotenzial – und Angriffsfläche für (Dauer-)Kritiker. Die Erklärung von Robert Gentz allerdings zeigt, dass Zalando auch nicht fehlerfrei ist – und, was eigentlich noch wichtiger ist, sich über Versäumnisse durchaus bewusst ist. So hätte die radikale Umstrukturierung laut Gentz verhindert werden können, hätte man in der Vergangenheit die ein oder andere Reform im Unternehmen durchgeführt. Immerhin, Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung. Zumal Zalando diesen Schritt auch damit begründet, dass das dadurch “frei gewordene” Budget in die Verbesserung der Kundenerfahrung einzahlt. Nur, wie genau sieht das aus?

 

Pionier der Fashion-Digitalisierung

Die Modebranche befindet sich im Umbruch. Dass mittlerweile so gut wie alles online erhältlich ist, war auch im Modemarkt die erste große Veränderung. Die zweite, und gerade für Kundenbindung relevante, trägt den Aspekt der Personalisierung im Fokus. Besonders hier sieht Robert Gentz das größte Potenzial und die besten Chancen für sein Unternehmen. Wie aber genau wird Zalando die Erfahrungen und Kenntnisse aus den letzten 10 Jahren nutzen, um seinen Konkurrenten einen Schritt voraus zu sein? Wie stellt sich das online Mode-Mekka auf neue Entwicklungen ein?
Wer eine plausible Antwort darauf geben kann, warum von heute auf morgen an die 250 Stellen gestrichen werden, hat definitiv auch auf diese Fragen zufriedenstellende Antworten parat. Mit diesen Antworten wird Robert Gentz am 3. Juli 2018 in Berlin die K5 FUTURE RETAIL CONFERENCE eröffnen!

 

Don’t miss: die relevantesten Player der Modebranche

Robert Gentz ist nicht der einzige Fashion-Repräsentant: In diesem Jahr versammeln wir die wichtigsten Modeplayer der Branche auf der K5. Zalando ist schließlich nicht das einzige Unternehmen, das sich an die Digitalisierung adaptieren muss. Aber welche Chancen hat man neben so einem Big Player überhaupt? Co-Founder und Co-CEO Tarek Müller erzählt in seiner Keynote wie sich ABOUT YOU als Tech-Company weiterentwickelt und dazulernt. Auch der in UK beheimatete Online-Shop Asos ist mit seinem Head of Delivery Solutions Toni Schindel zu Gast. Fokus seines Vortrags sind die Ambitionen von Asos im europäischen Markt, findet der Shop doch auch immer mehr Zuspruch in Deutschland. Am 4. Juli berichtet Group Platform and Product Director Roger Mitchell von Yoox Net-a-Porter über dessen Content-Strategie und wie diese sich auf den Fashion-Markt auswirkt. Darüber hinaus werden im Abschluss-Panel am 4. Juli noch drei weitere Fashion-Gurus ihre Einschätzungen zu Modeplattformen teilen. Gespannt sind wir hier auf die Berichte von Roman Kirsch (Gründer von Lesara), Rebelle-CFO Dr. Alexander Eulenberg, sowie Modomoto Co-Founder und CFO Corinna Powalla.
Es macht den Eindruck, als seien die ruhigen Tage der Fashion-Branche gezählt. Umso mehr sind wir gespannt welche weiteren Insights und Innovationen unsere Fashion-Speaker auf der Konferenz preisgeben werden.